TAKTVOLL - das Projekt und der Mensch dahinter

Ulrike Gebhardt

Über mich 

Seit ich denken kann, faszinieren mich die Vielfalt und Fülle des Lebens. Als Kind habe ich oft auf „unserer“ Wiese in der Nähe meines Elternhauses vor sandigen kleinen Hügeln gesessen und die emsigen Ameisen beobachtet, die dort hausten. Im Wäldchen nebenan kletterte ich auf Bäume und hielt nach Vogelnestern Ausschau. Der Graben bot je nach Wasserstand Ausblicke auf Molch und Wasserläufer. In ihm fischte ich später (inzwischen im Besitz eines kleinen Mikroskops) mit meinem Planktonnetz und bestimmte die Gewässergüte. Zu Hause legte ich Butterbrotpapier auf die Seiten des „Weltatlas der Tiere“, pauste die Umrisse inklusive der in den Kontinenten lebenden Tiere ab und versuchte mir einzuprägen, wo der Schuhschnabel, der Pottwal, die Lerche und die Ringelnatter leben. 

Aus dem Naturhistorischen Museum in Bern war ich (nach Auskunft meiner Eltern, die inklusive meiner älteren Schwester längst erschöpft zum Ausgang drängten) auf einer Urlaubsfahrt nicht mehr hinaus zu bekommen und einige Jahre lang wünschte ich mir von meiner Patentante einen ausgestopften Vogel, die diesem Wunsch (glücklicherweise) nicht nachkam. Wenn ich Bibliotheken besuche und in Büchern stöbere, fühlt es sich ein wenig an, wie nach Hause zu kommen. Auf den Leseinseln stehen Aussichtstürme auf das Größere, auf das Ganze, auf das Beständige bereit, die ich auch und gerade in Zeiten besteige, in denen das eigene kleine Leben Kapriolen schlägt.

Ich liebe es, immer wieder in neue Themen einzutauchen. Zu diesem Eintauchen gehören seit meiner Kindheit, die Freude an Zahlen, Fakten, Definitionen, Listen. Irgendwie muss die Fülle, die Vielfalt, das Wunder, ja strukturiert, fassbar, greifbar gemacht werden. Ob nun auf dem Butterbrotpapier die afrikanische Tierwelt oder in Gestalt von „Faktenzetteln“, die ich mir jedesmal zusammenstelle, bevor ich einen journalistischen Artikel schreibe. 

Über das Projekt TAKTVOLL

Ganz viele Faktenzettel musste ich anlegen, als ich der Anfrage zustimmte, ein Buch über die Auswirkungen des Fastens auf unser Gehirn zu schreiben. Entstanden ist ein Buch, in dem es zwar auch um das Fasten aber hauptsächlich um den Wechsel zwischen Fülle und Verzicht geht. Das Buch behandelt ein Grundprinzip des Lebens:

„Leben ist Wechsel, Wandlung, Bewegung, kein starrer, vermeintlich stabiler Zustand. Es muss einen Wechsel geben, damit Leben überhaupt entstehen kann, damit Leben gelingen kann.“ (1)

Wenn ich etwas diesem Buchprojekt verdanke, dann die Begeisterung und das Entdecken all der Rhythmen in uns und um uns herum. Leben IST Rhythmus durch und durch.

„Unser Körper schwingt im Rhythmus der Natur, im Rhythmus der Tage, der Monate, der Jahre.“ (1)

Vielleicht gelingt es, mit diesem TAKTVOLL-Projekt ein wenig von dieser Begeisterung weiterzugeben. Ich möchte auf Rhythmen, Zyklen, Rituale aufmerksam machen, informieren, auch darüber, wie sehr das Leben sie braucht, wie sehr es leidet, wenn wir sie ignorieren. Der Leserin, dem Leser wird nicht entgehen, dass es neben der Wissenschaft mindestens noch drei weitere „Felder“ in meinem Leben gibt, die mich prägen und begeistern: die Musik, die Bücher und die Spiritualität. Die Wissenschaft und das Spirituelle sind für mich keine Gegensätze. Sie gehören untrennbar zusammen, finde ich, genauso wie die Welle und das Meer.

(1) „Gesundheit zwischen Fasten und Fülle“, Ulrike Gebhardt, Springer-Verlag, Berlin 2019

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