Zum Artikel springen
  1. RiffReporter /
  2. Wissen /
  3. Arabische Raumsonde fliegt zum Mars

Zum Mars für die Wirtschaft nach dem Öl

Mit der ersten Raumsonde zum Mars möchte der Emir von Dubai seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl machen. Noch aber stammen viele Bauteile der anspruchsvollen Mission aus dem Ausland.

13.07.2020
6 Minuten
Die Skyline von Dubai mit etlichen Wolkenkratzern und rotem Abendhimmel

Es wirkte perfekt inszeniert, als Mohammed bin Raschid vor sechs Jahren auf einer Bühne in Abu Dhabi sein neues Prestigeprojekt vorstellte. Der Emir von Dubai und Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate war umringt von Dutzenden Ingenieurinnen und Forscherinnen im schwarzen Abaya und ebenso vielen männlichen Kollegen im weißen Kandura, der traditionellen Kleidung des Landes, um Pläne für die erste Marssonde einer arabischen Nation vorzustellen. Die Mission heißt Al Amal, das arabische Wort für Hoffnung. Der Golfstaat mit gut neun Millionen Einwohnern, dessen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf irgendwo zwischen Japan und Italien liegt, leistet sich wieder etwas, spotten manche. Für bin Raschid ist Al Amal aber mehr, denn er möchte die Wirtschaft seines Landes unabhängiger von Öl und Gas machen und fördert daher wissenschaftliche Projekte.

Der Start fand nach mehreren Verschiebungen am 19. Juli 2020 um 23:58 Uhr (MESZ) statt. Lesen Sie hier weiter, worum es bei Al Amal geht.

Kostenfreier Newsletter: Weltraumreport

Tragen Sie sich hier ein – dann erhalten Sie regelmäßig Hinweise auf unsere besten Artikel und Infos zu den Weltraumreportern.

In unseren Beiträgen steckt viel Recherchearbeit. Lesen Sie weiter mit einer Einzelzahlung oder schließen Sie ein Abo ab.

Ein sportlicher Zeitplan

Die Emirate sind neu in der Raumfahrt. Das Mohammed bin Rashid Space Center, ein Forschungszentrum in Dubai, wurde 2006 gegründet und ließ bislang vier Satelliten ins All befördern. Eine nationale Raumfahrtagentur gibt es erst seit vier Jahren. Ein emiratischer Astronaut verbrachte im Herbst 2019 eine Woche auf der Internationalen Raumstation – wie ein Tourist und entsprechend nur mit rudimentärem Training. Auch bei der Marsmission musste alles schnell gehen. Die Regierung habe gesagt, er solle mit seinem Team einen emiratischen Weg finden, erinnert sich Projektleiter Omran Sharaf. Das war 2014. Nach nur sieben Jahren sollte die Sonde um den Mars kreisen, pünktlich zum 50. Geburtstag des Landes, für interplanetare Missionen ein sportlicher Zeitplan. Und doch sollte Al Amal mehr sein als die vielen aufgeschütteten Inseln am Golf mit ihren Luxusvillen, mehr als ein Symbol des locker sitzenden Petrodollars. Die Sonde sollte die acht derzeit aktiven Raumsonden am Mars möglichst sinnvoll ergänzen, sagt Sarah Al Amiri, die Wissenschaftsministerin der Emirate und stellvertretende Projektmanagerin für Al Amal.

Karte: Weltweit verteilte Entwicklung der Raumsonde Al Amal

Empfohlener Redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt von [Openstreetmap], der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Wir können leider nicht beeinflussen, welche Cookies durch Inhalte Dritter gesetzt werden und welche Daten von Ihnen erfasst werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eine Grafik zeigt den Mars und die drei Instrumente der Sonde Al Amal (Hope) was sie jeweils in der Atmosphäre des Mars messen sollen (Details im Haupttext).
Instrumente an Bord von Al Amal / Hope
Zwei Techniker in Schutzanzügen arbeiten an der rot beleuchteten Raumsonde Al Amal im Reinraum.
Al Amal im Reinraum
In unseren Beiträgen steckt viel Recherchearbeit. Lesen Sie weiter mit einer Einzelzahlung oder schließen Sie ein Abo ab.
Karl Urban

Karl Urban

Karl Urban ist Wissenschaftsjournalist, Podcaster und Buchautor mit einem Hang zu extraterrestrischen Themen. Er arbeitet für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk nova, SWR, WDR, Spektrum.de, Tagesspiegel, Neue Zürcher Zeitung oder Süddeutsche Zeitung. Er bloggt und podcastet seit vielen Jahren und ist Autor eines Jugendsachbuchs (Was ist Was: Unsere Erde).


Die Weltraumreporter

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben ein Herz für Pluto – oder sorgen sich um den Erhalt eines dunklen Nachthimmels? Wir sind erfahrene Wissenschaftsjournalisten und beobachten und ordnen ein, was von unserem kosmischen Vorgarten bis zur fernsten Galaxie passiert. Und wir fragen für Sie nach: Welche Trends zeichnen sich in der Raumfahrt ab? Und welche Probleme ergeben sich daraus? Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, abonnieren Sie uns für 3,49 Euro im Monat.

Vormerken: Wir wollen mit Ihnen reden! Unser nächster Online-Stammtisch findet am Sonntag, 21. November um 20:30 statt. Thema und Link werden rechtzeitig hier bekannt gegeben.

Es grüßen Sie Ihre Korrespondenten aus dem All: Felicitas Mokler, Franziska Konitzer, Yvonne Maier, Stefan Oldenburg und Karl Urban

Kostenloser NewsletterÜber unsLeseprobenPodcastInstagramTwitterKontakt

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Karl Urban

Schloßgraben 11
72072 Tübingen

www: https://www.die-fachwerkstatt.de/urban/

E-Mail: ku@weltraumreporter.de

Tel: +49 1522 8731208

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter