Klima- und Naturschutz gelingen nur zusammen

Der Bericht des Weltklimarates zeigt: Es muss mehr getan werden, um den Klimawandel zu begrenzen. Dabei darf der Naturschutz aber nicht auf der Strecke bleiben.

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Der Weltklimarat IPCC gilt in Fachkreisen als extrem zurückhaltendes Gremium, was seine Prognosen betrifft. Diese gelegentlich kritisierte Zurückhaltung dient auch dem Schutz der eigenen Glaubwürdigkeit in Zeiten, in denen immer noch versucht wird, Befunde zum Stand und Prognosen zur Zukunft des Klimas auf der Erde als Panikmache zu diskreditieren. Sie ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Klimaforschung trotz bahnbrechender Fortschritte in den vergangenen Jahren immer noch ein extrem komplexes und mit vielen Ungewissheiten behaftetes Terrain auslotet. Wenn dieser IPCC nun in einer Art und Weise Alarm schlägt, wie das am Montag mit dem ersten Teil seines neuen Sachstandsberichts geschehen ist, muss das umso mehr Beachtung finden. Die Kernbotschaften:

– Wir drohen den Kampf gegen eine unkontrollierte weitere Erwärmung der Erde zu verlieren: Selbst das mit weitreichenden Verheerungen verbundene und eigentlich bereits inakzeptable Minimal-Ziel, die Erhitzung des Planeten auf zwei Grad zu begrenzen, gerät zunehmend außer Reichweite.

– Das Zeitfenster schließt sich schneller als angenommen: Schon in zehn Jahren könnte die 1,5 Grad-Marke gerissen werden.

– Es wird schlimmer, bevor es besser werden kann: Gleich, welche Anstrengungen unternommen werden, es wird mindestens für die kommenden zwei oder drei Jahrzehnte mit mehr Jahrhundertfluten an den Küsten, weiteren Hochwasserkatastrophen im Binnenland und häufigeren Extremstürmen, Dürren und Waldbränden gerechnet – mit schwerwiegenden Folgen für Bevölkerung und Ökosysteme.

– Die durch Umweltzerstörung und Erderwärmung beschädigten Ökosysteme schwächeln in ihrer Leistung, Treibhausgase abzubauen und zu speichern.

– Auf der „positiven“ Seite: Das Allerschlimmste kann noch vermieden werden, wenn umgehend und radikal mit der Dekarbonisierung und dem Kampf gegen andere Treibhausgase Ernst gemacht und bis 2050 Klimaneutralität erreicht wird. (Weiteres zum Bericht haben meine Kollegen und Kolleginnen des Themenmagazins Klima hier und ich selbst hier aufgeschrieben).

Eine Silbermöwe fliegt über das Wasser, Weitwinkelaufnahme aus Nahperspektive.
Schon bald könnten die Meeresspiegel weiter deutlich ansteigen. Das gefährdet Mensch und Natur gleichermaßen.
Luftbild einer Niedermoorlandschaft
Moore sind wichtige Speicher für Treibhausgase. Die Bundesregierung schafft es nicht, eine gemeinsame Strategie für ihren Schutz zu beschließen.

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