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Weltklimarat: Klimakrise ist nicht mehr lange zu stoppen

Die Menschheit muss rapide ihren Treibhausgasausstoß verringern, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Der Weltklimarat IPCC warnt, wie unsere Welt sonst aussehen wird.

von
09.08.2021
7 Minuten
Ein Stopschild mit einer von der Hitze des Waldbrands komplett versengten Oberfläche, Risse im Lack. Dahinter verbrannter Wald.

Solange es nicht sofortige, zügige und umfassende Verringerungen des Treibhausgasausstoßes gibt, wird es nicht mehr möglich sein, die Erwärmung der Erde auf 1,5 oder sogar 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Bereits bei 1,5 Grad Erwärmung werde es Extremereignisse geben, wie sie in der Geschichte noch nicht beobachtet worden seien.

Dieses Fazit zieht der Weltklimarat IPCC im ersten Teil seines sechsten Sachstandberichts, den das verantwortliche Gremium aus 234 Klimafachleuten aus 66 Ländern am heutigen Montag der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Der Bericht summiert das beste verfügbare Wissen der Forschung bis zum Jahr 2019 und berücksichtigt, wie belastbar die jeweiligen Aussagen sind und mit welcher Ungenauigkeit sie behaftet sind.

Dank neuer, teils bahnbrechender wissenschaftlicher Methoden und vielen neuen Daten konnte das Gremium fast alle Prognosen gegenüber dem vorherigen Bericht präzisieren und die wahrscheinlichen Auswirkungen der Klimakrise erstmals regional differenzieren.

Klimafolgen für Hunderttausende Jahre nicht umkehrbar

Viele der zuletzt beobachteten Veränderungen des Klimas hat es demnach in Tausenden und teils Hunderttausenden von Jahren Erdgeschichte nicht gegeben, und einige dieser Veränderungen seien über Hunderttausende von Jahren nicht umzukehren, selbst wenn die Menschheit Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre wieder entfernen und dessen Konzentration senken würde.

Die Extreme der letzten Wochen haben unser Assessment bestätigt. (Sonia Seneviratne, ETH Zürich)

Die kommenden drei Jahrzehnte stellen zum Beispiel unwiderruflich die Weichen, ob in 2000 Jahren der Meeresspiegel 15 Meter und mehr höher liegt als heute – ein Szenario, das nicht ausgeschlossen werden könne, wenn die Treibhausgasemissionen nicht schnell sinken, so der Weltklimarat. Ebenfalls lange Zeit unumkehrbar seien die Erwärmung der Meere und deren Versauerung, der Verlust von Gletschern und des Kohlenstoffs aus Permafrostböden sowie des grönländischen Eisschilds.

Weltkarte mit erwarteten Änderungen bei Temperatur und Niederschlag.
Diese Regionen der Erde werden besonders stark von der Erwärmung und veränderten Niederschlagsmustern betroffen sein.
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Der Weltklimarat IPCC ist den Räumlichkeiten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf angesiedelt.

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Björn Lohmann

Björn Lohmann

Björn Lohmann arbeitet als Wissenschaftsjournalist für Print- und Onlinemedien zu Bio- und Umweltwissenschaften. Sein aktueller Schwerpunkt ist die große Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft.


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