Klimaziele und Gesundheitsschutz: Welche Rolle spielt die schmutzige Kohle unter Lützerath?

Wird die Kohle unter Lützerath gefördert und verfeuert, bleibt der deutsche Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens nahezu unerreichbar, Die Folgen der sich zuspitzenden Klimakrise gehen auf unsere finanziellen und gesundheitlichen Kosten.

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Eine gelbe, vertrocknete Kölner Grünanlage im Sommer 2022. Schuld daran ist die Klimakrise..

Klimaschutzziele: Welche Rolle spielt die Kohle unter Lützerath?

Als wichtigstes Klimaziel gilt, die Erderwärmung zu stoppen. Dazu bekennt sich auch die Bundesregierung. Doch mit der Entscheidung, die Kohle unter Lützerath abzubaggern, kann der deutsche Beitrag, das Pariser Klimaschutzziel von 1,5 Grad zu erreichen, zunichte gemacht werden. Das zeigen aktuelle Berechnungen.

Die Studie der FossilExit-Forschungsgruppe an der Europa-Universität Flensburg (EUF), TU Berlin und DIW Berlin untersuchte diese Frage mit einem auf Deutschland heruntergerechneten Treibhausgas-Budget, welches im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzziel von 1,5 Grad liegt. Weltweit verwenden Wissenschaftlerïnnen solche Berechnungen, um den Fortgang der Klimakrise zu analysieren, zu erklären und Maßnahmen zu empfehlen; die Bundesregierung orientiert sich jedoch nicht daran.

Für Deutschland hat dieses nationale CO2 Budget der Sachverständigenrat für Umweltfragen, auch bekannt als Umweltrat, ermittelt. Hierfür werden die Einwohnerïnnen Deutschlands in Bezug zur Weltbevölkerung gesetzt.

“In Deutschland dürfen bei Einhaltung des Pariser Klimaziels nur noch knapp 500 Millionen Tonnen Braunkohle ab Januar 2022 gefördert und verfeuert werden. Für den Tagebau Garzweiler II ergibt sich ein Restbudget von maximal 49 Millionen Tonnen Braunkohle für die Kohleverstromung und –veredelung“, so Prof. Dr. Pao-Yu Oei von der FossilExit-Gruppe an der Uni-Flensburg.

Die Rechnung lautet so: Ungefähr die Hälfte dieses Budgets ist bereits im Jahr 2022 verbrannt worden. Wird die aktuelle Abbaugeschwindigkeit beibehalten, überschreitet der Tagebau bereits im nächsten Jahr die zulässige 1,5-Grad-Grenze.

Die aktuellen Pläne von RWE und der NRW-Landesregierung sehen dagegen bis 2030 eine Förderung von bis zu 280 Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Tagebau Garzweiler II vor – inklusive der noch zu fördernden Kohle aus Lützerath.

Zwei Rehe laufen übers Feld vor der Abbruchkante des Braunkohlentagebaus Garzweiler II.
Rehe laufen an der Abbruchkante des Braunkohlentagebaus Garzweiler II entlang.

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