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Zukunft der Artenvielfalt: Was wäre, wenn sie weg wären?

Der Biologe und Journalist Lothar Frenz gibt in seinem Buch „Wer wird überleben?“ überraschende Antworten auf die großen ökologischen Fragen

von
01.06.2021
5 Minuten
Seetang – große Pflanzen, die im Meer zur Sonne hin wachsen.

Der Weltklimagipfel von Paris hat sich in das öffentliche Bewusstsein eingeprägt. Das 2015 gesteckte Ziel, dass die Erdatmosphäre sich nicht mehr als 1,5 oder gar 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt, ist Maßstab der Politik geworden – und Thema von Talkshows.

Doch wie viele Menschen haben schon einmal etwas von den „Aichi-Zielen“ für den Schutz der biologischen Vielfalt gehört? Davon, dass sie 2010 vereinbart und bis 2020 katastrophal verfehlt wurden?

Und in welcher Talkshow wird darüber debattiert, dass im 21. Jahrhundert die Korallenriffe verschwinden könnten und im Oktober ein UN-Umweltgipfel analog zum Pariser Klimavertrag neue Ziele für den Naturschutz festlegen soll?

Den Anfang des Natur- und Artenschutzes markiert eine Mischung aus Vergnügen und Schuldgefühl.

Der Klimaschutz lässt sich auf wenige Zahlen reduzieren – letztlich auf den Anteil der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan in der Erdatmosphäre. Bei der Biodiversität und ihrem Schwinden ist alles komplizierter, es geht um die ganze Vielfalt des Lebens, die ganze Erdoberfläche, unzählige kleine und große Ursachen.

Während beim Klima inzwischen nach der Erfahrung von Hitzewelle ein Gefühl von Dringlichkeit herrscht, fehlt dies im Naturschutz. Pandas, Bienen und Wale kommen in den Sinn. Dass es um Trinkwasser, Nahrung, Gesundheit geht, wird nicht verstanden.

Ehrliche Bestandsaufnahme

Deshalb kommt “Wer wird überleben” des Biologen und Journalisten Lothar Frenz zur rechten Zeit. Von der “Zukunft von Natur und Mensch” handelt dieses Buch – und bietet dabei einen so tiefgründigen wie überraschenden Blick auf das Leben auf der Erde und die Bemühungen, es zu bewahren.

Zum Auftakt sucht der Autor den Anschluss an das aktuelle Geschehen: Wenn wir unsere Beziehung zur Natur nicht verbessern, könnte die nächste Pandemie aus dem internationalen Wildtierhandel, aus fortgesetzter Naturzerstörung zu uns kommen, warnt er.

Was folgt, ist eine Naturexkursion der besonderen Art.

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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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