Wie man als Mieter jeden Monat seinen Verbrauch an Strom und Wärme in Erfahrung bringt

Alle wollen Energie sparen – doch wie soll das funktionieren, wenn man seinen Verbrauch erst im nächsten Jahr erfährt? Welche Rechte Mieter haben, jeden Monat von den Eigentümern informiert zu werden

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Zahlenfeld eines Stromzählers mit darübergelegtem Fragezeichen

Eigentlich kennt sich Lion Hirth in Energiefragen gut aus. Schließlich ist er Professor für Energiepolitik an der Hertie School in Berlin und Geschäftsführer einer Beratungsfirma für Energiefragen. Doch wenn es um seinen privaten Energieverbrauch geht, fühlt Hirth sich derzeit hilflos, wie er gerade dem Podcast „Lage der Nation” anvertraut hat.

„Ich zum Beispiel wohne zur Miete, und die Nebenkostenabrechnung zur Miete, wo auch die Heizkosten mit abgerechnet werden (…), die kommt bei uns zumindest erst zu Weihnachten des Folgejahres”, sagte Hirth. Die hohen Preise von heute würden ihm also erst Ende 2023 mitgeteilt. „Das ist erstens kein schönes Weihnachtsgeschenk, wenn ich dann 5000 Euro nachzahlen muss, und zweitens bringt es nichts im Sinne der Anreize zum Energiesparen”, sagte Hirth. Die dringend benötigten Informationen kämen viel zu spät.

So wie Hirth geht es in Deutschland derzeit Millionen Mieterinnen und Mieter, mehr als der Hälfte der Haushalte. Natürlich kann man alle verfügbaren Energiespartipps befolgen und darauf setzen, dass sie etwas bewirken. Doch wirklich nachvollziehen und überprüfen kann man Verbrauch und Kosten wirklich gut nur dann, wenn man fortlaufend Zugriff auf die Zählerstände von Heizung, Warmwasser und Stromverbrauch hat.

Wie Geldsparen ohne Kontoinformationen

Auch wer versucht, Geld zu sparen, kann einfach weniger ausgeben, klar. Aber ohne Zugriff auf Kontoauszüge und Kontostände ist es nahezu unmöglich, Überblick zu gewinnen und Kurs zu halten.

Die Energie-Informationen werden besonders wichtig, wenn sich Bund und Länder dafür entscheiden, dass ein bestimmter Grundverbrauch an Strom und Wärme zu vom Staat verbilligten Garantiepreisen abgegeben wird, etwa bei 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Erst für den Energieverbrauch, der darüber hinausgeht, soll diesem Modell zufolge der volle, stark erhöhte Preis fällig werden.

Doch woher sollen Mieterinnen und Mieter, die nicht wie Wohnungs- und Hausbesitzer Zugriff auf Strom- und Wärmezähler haben, wissen, wann sie diese Schwelle erreichen?

Ein Paar liegt unter Wolldecke auf dem Sofa, beide schauen nachdenklich in die Ferne.
In diesem Winter droht Energieknappheit. Statt T-Shirt-Temperatur sind in Wohnungen warme Pullover und Wolldecken angesagt (Symbolphoto).
Ein Tablet mit einem Haus, einer Temperaturanzeige und einem Regler als Symbol für digitale Energie-Apps.
In Zukunft soll der Energieverbrauch einer Wohnung jederzeit per App zur Verfügung stehen – und regelbar sein (Symbolphoto).
Die Messuhr für Wasser ist rund und an einem Rohr installiert.
Eine Messuhr für den Wasserverbrauch: Bei manchen Zählern zeigen kleine Rädchen den literweisen Verbrauch an, bei anderen sieht man diesen als Kommastellen (Symbolphoto).

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