Deutschlands günstigstes Elektroauto versagt im Crashtest. Soll man es trotzdem kaufen?

Der Dacia Spring verzichtet konsequent auf Extras. Im EuroNCAP-Crashtest erhält er nur einen von fünf Sternen. Und nun?

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Ein blaues Elektroauto steht auf einem Parkplatz.

Ob Sitzheizung, Riesen-Display oder Turbo-Antrieb: Moderne Autos warten mit immer neuen Spielereien auf, die die Preise in die Höhe treiben. Das ist bei Verbrennern nicht anders als bei Stromern. Nur dass E-Autos aufgrund ihrer Akkus per se schon recht teuer sind. Selbst Kleinwagen kosten in vielen Fällen 30.000 Euro und mehr.

Wie erfrischend wäre es, wenn es ein E-Auto gäbe, das sich auf das Nötigste beschränkt: bezahlbar von A nach B fahren, ohne Schnickschnack.

Das gibt’s nicht? Das gibt’s doch!

Mit dem Dacia Spring befindet sich ein Modell auf dem Markt, das ab 20.490 Euro zu haben ist. Zieht man den Umweltbonus ab, bleibt ein Preis von knapp über 11.000 Euro. Damit ist der Spring aktuell das günstigste Elektroauto in Deutschland.

Dieser Fahrbericht ergründet, wie man mit dem in China produzierten „Billig-Stromer“ unterwegs ist. Reicht die Ausstattung für den täglichen Bedarf aus oder sind die Komfort-Einbußen zu groß? Wie fühlt sich die Fahrt an? Und was ist vom schlechten Abschneiden beim renommierten EuroNCAP-Crashtest zu halten?

Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz sitzt am Steuer eines Autos und fährt dem Sonnenuntergang entgegen.
Einfach nur von A nach B fahren: Der Dacia Spring verzichtet auf jeglichen Schnickschnack und ist dementsprechend günstig.
Ein Mann hebt einen Stapel Pakete aus dem Kofferraum eines Autos.
Ein paar Pakete zur Post bringen? Kein Problem mit dem Dacia Spring. Auch der Wocheneinkauf oder Reisegepäck passen in den 270-Liter-Kofferraum
Ein Mann sitzt auf dem Rücksitz eines Autos.
Platzverhältnisse in einem Billig-Stromer: Auch hinten bleibt der Kopf frei, aber die Füße stoßen leicht gegen die Vordersitze.
Frontaufnahme eines blauen Autos auf einem Parkplatz
Gar nicht mal hässlich: Deutschlands günstigstes Elektroauto kommt pfiffig daher.
Nahaufnahme der Schutzleiste eines Autos. Die Aufschrift „Electric“ ist zu sehen.
Das sogenannte Look-Paket kostet extra: Wer es bucht, muss 21.790 Euro auf den Tisch legen. Abzüglich der Umweltprämie kostet der Spring dann also 12.790 Euro.
Ein Mann steckt ein Kabel in ein Elektroauto.
Die Ladebuchse beim Dacia Spring befindet sich vorne. Ein CCS-Schnellladeanschluss kostet 600 Euro Aufpreis – wenngleich die maximale Ladeleistung mit 30 Kilowatt nicht wirklich schnell ist.
Nahaufnahme eines Drehreglers, mit dem sich der Vorwärts-, Rückwärts- und Neutral-Gang eines Elektroautos einstellen lässt.
Handbremse anziehen nicht vergessen! Einen Park-Gang gibt es beim Dacia Spring nämlich nicht.
Ein Elektroauto ist an eine Ladestation angeschlossen. Im Hintergrund sieht man eine Tankstelle.
So langsam kann schnell sein: An der Schnellladestation braucht der Spring 50 Minuten, um von 0 auf 80 Prozent zu laden.
Luftaufnahme eines Autos, das beim Crashtest seitlich gegen eine Barriere prallt.
Beim Seitenaufprall bleibt die Fahrgastzelle des Dacia Spring intakt. Vor allem die Fahrer sind bei einem Unfall aber gefährdet.
Ein Auto prallt bei einem Crashtest frontal gegen eine Wand. Im Auto sitzen Dummys.
Der Insassenschutz für Erwachsene beträgt nur 49 Prozent. Für die hinteren Passagiere besteht die Gefahr eines Schleudertraumas.
Ein blaues Auto biegt in einen Parkplatz ein.
Einparken an der Bonner Rheinaue: Fürs tägliche Pendeln ist das Dacia Spring gut geeignet. Die fehlende Sicherheit bleibt ein großes Manko.
Blick in den Motorraum eines Elektroautos.
Vorsicht, Hochspannung! Blick in den Motorraum des Dacia Spring. Der elektrische Kleinwagen wird in China gefertigt.

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Steve Przybilla


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