Kolumbien: 10 Fragen und Antworten zu den Friedensgesprächen mit der ELN-Guerilla

Die neue linke Regierung von Präsident Gustavo Petro will den „totalen Frieden“ erreichen – und fängt mit der ELN-Guerilla an. Wir erklären die Hintergründe.

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Fünf Männer und zwei Frauen sitzen an der Längsseite eines Tischs vor einer Glasfront. Alle haben Namensschilder und Mikrofone vor sich stehen und sind leger-förmlich gekleidet (keine Krawatte, farbige Hemden und Blazer). Zwei Männer tragen Schiebemützen, vier eine Brille. Bis auf den kolumbianischen Friedensbeauftragten sind alle im Rentenalter. Auf dem Tisch liegt eine weiße Stofftischdecke, vor ihm steht ein Gesteck aus tropischen Blumen.

Kolumbien kommt nicht zur Ruhe. 2016 war das Land weltweit in den Schlagzeilen, als die Regierung mit der Farc-Guerilla nach mehr als 50 Jahren Krieg und etwa 450.000 Toten ein historisches Friedensabkommen schloss. Die größte Guerilla des Kontinents legte die Waffen nieder. 13.000 ehemalige Kämpferïnnen versuchen seitdem, im zivilen Leben Fuß zu fassen. Doch der Krieg ist nicht vorbei. Denn andere Gruppen kämpfen weiter.

Seit August 2022 hat Kolumbien zum ersten Mal einen linken Präsidenten. Gustavo Petro und seine Regierung traten mit dem Ziel an, einen „totalen Frieden“ zu erreichen. Der erste Schritt dazu war, die Friedensgespräche mit der ELN-Guerilla wieder aufzunehmen, die sein Vorgänger 2019 nach einem tödlichen Attentat auf eine Polizeischule offiziell abgebrochen hatte.

Das Ziel: ein Friedensabkommen mit der ELN. Kein einfaches Vorhaben. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wiese mit hohem Gras, im Hintergrund Büsche und ein Gebirge. Mehrere Soldaten in Uniform schleichen sich mit angelegtem Gewehr an. Von manchen sind nur der Helm, Oberkörper und das Gewehr zu sehen, weil sie sich geduckt haben.
Die Spezialeinheit Comando Jungla der kolumbianischen Armee trainiert für den Kampf mit bewaffneten Gruppen.