1. RiffReporter /
  2. International /
  3. Der Nationalpark Yaguas in Peru ist erst drei Jahre alt, aber ist jetzt schon ein Erfolg. Was ist sein Geheimnis?

Der Super-Nationalpark

Amazonas: Der Nationalpark Yaguas in Peru ist erst drei Jahre alt, aber ist jetzt schon ein Erfolg. Was ist sein Geheimnis?

von
13.05.2021
9 Minuten
Der Yaguas-Fluss schlängelt sich durch das peruanische Amazonasgebiet. Er ist die Heimat der mythischen Urschlange Sachamama und beherbergt eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt.

Illegaler Bergbau, Abholzung, Viehhaltung: Die Gefahren für Amazonien sind groß. Der Yaguas-Nationalpark zeigt, wie sich Naturschutz und nachhaltige Bewirtschaftung vereinbaren lassen.

Die mythologische Schlange Sachamama ist der Ursprung allen pulsierenden Lebens und gleichzeitig der Tod. Den indigenen Gemeinden, die in der Nähe des Yaguas-Flusses im Department von Loreto in Peru leben, ist das Gebiet heilig. Denn es ist die Heimat der riesigen Boa, die in seinen Sümpfen im tiefen Wald lebt. Sie frisst und frisst und wird immer dicker, so dass sie sich nicht mehr fortbewegen kann. Magisch zieht sie die Opfer in ihren Bann. Wenn eines in ihre Falle tappt, wird es in Nullkommanichts zerdrückt und verschlungen, so erzählt man sich in Peru. Sachamama ist der Geist des Amazonas.

Auch für Wissenschaftlerïnnen ist der Yaguas-Wald ein Paradies, in dem Arten und Populationen wie in keinem anderen peruanischen Nationalpark erhalten sind. Hier finden sie über 330 verschiedene Arten von Süßwasserfischen– die höchste Anzahl weltweit. Erst vergangenes Jahr entdeckten und beschrieben die Biologїnnen der Universidad Nacional Mayor de San Marcos eine neue Welsart. Aber hier leben auch jede Menge Reptilien, Vögel und Säugetiere – emblematische Arten, die im restlichen peruanischen Amazonasgebiet vom Aussterben bedroht sind, wie der Otorongo, der Riesenotter, der Flachlandtapir, die Seekuh und der Choro-Affe. All diese Tiere werden heute durch ein biologisches Monitoring der Verwaltung des Nationalparks Yaguas geschützt.

Kostenfreien Newsletter der Südamerika-Reporterinnen bestellen

Sie möchten regelmäßig über neue Beiträge dieses Magazins informiert werden? Dann bestellen Sie hier unseren kostenlosen Newsletter.

Vorkämpfer waren indigene Naturschützer

Dieser Erfolg ist zum größten Teil Teófilo Torres Tuesta zuzuschreiben, dem Chef des Nationalparks Yaguas. Für seine Leistungen wurde Torres im April mit dem Bruno-Schubert-Preis ausgezeichnet, dem am höchsten dotierten privaten Umweltpreis Deutschlands. Neben Torres war der indigene Anführer Benjamín Rodríguez seit 2011 einer der wichtigsten Vorkämpfer für die Einrichtung „Yaguas Reserved Zone“. Beide wurden wegen ihres Einsatzes mit dem Tod bedroht. Rodríguez starb im Juli 2020 an den Folgen einer Covid-Infektion.

Der studierte Soziologe Teófilo Torres Tuesta begann seine Karriere bei der peruanischen Nationalparkbehörde SERNANP im Jahr 2002. Erfahrungen hatte er bereits bei der Einrichtung des Güeppi-Sekime Nationalparks und zwei indigenen Gemeindereservaten Airo Pai und Huimeki am oberen Teils des Putumayo-Flusses gesammelt.

Der indigene Teófilo Torres steht vor dem Hipona Kontrollposten im Yaguas Nationalpark. Er wurde mit dem Bruno-Schubert-Umweltpreis  2021 ausgezeichnet.
Der indigene Naturschützer Teófilo Torres wurde für seine Verdienste zur Realisierung des Yaguas-Nationalparks mit dem Bruno-Schubert-Umweltpreis 2021 ausgezeichnet.
Karte der Lage der „reservierten Zone“ Yaguas vor der Ernennung zum Nationalpark. Im Norden grenzt es an Kolumbien und im Osten an Brasilien. Die Aufwertung zum Nationalpark soll zu seinem Schutz beitragen.
Das Gebiet Yaguas in Perus nördlicher Region Loreto. Während sich die Abholzung von Süden her ausbreitet, ist das Yaguas-Gebiet noch relativ intakt geblieben. Die Aufwertung zum Nationalpark soll zu seinem Schutz beitragen.
Ein kleines Totenkopfäffchen guckt durch die Blätter.
Ein kleines Totenkopfäffchen im Nationalpark Yaguas, Peru.
Eine Eidechse im Paradies der Biodiversität Yaguas, Peru.
Eine Eidechse im Paradies der Biodiversität Yaguas, Peru.
Kaufen Sie diesen Artikel.
Ulrike Prinz

Ulrike Prinz

Ulrike Prinz ist promovierte Ethnologin und Journalistin. Sie lebt in München und Barcelona.


Südamerika-Reporterinnen

Vier Journalistinnen berichten aus den Bereichen Wissen, Umwelt, Technologie und Gesellschaft. Unsere Beiträge gibt es im Südamerika-Reporterinnen-Abo, im Einzelkauf und als Teil der RiffReporter-Flatrate. Kostenlose Leseproben finden Sie hier. Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Ulrike Prinz

Hirschbergstr. 4
80634 München

E-Mail: u.prinz61@googlemail.com

www: http://prinzplusprinz.de

Tel: +49 89 188591

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter