„Es gibt keine einfache Lösung“

Der Medizinethiker Hans-Jörg Ehni über die Triage-Regelungen bei Covid-19

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Ein Team von Pflegekräften behandelt eine Patientin im Krankenhaus.

Flatten the curve – dieses Ziel ist noch nicht erreicht. Die Zahl der Covid-19-PatientInnen auf den Intensivstationen steigt weiter an und liegt inzwischen bei fast 4000. Einige Krankenhäuser sind bereits an ihre Grenze gestoßen. Wie würden sie verfahren, wenn die Kapazitäten nicht mehr ausreichen? Für eine Triage, bei der PatientInnen von der Behandlung ausgeschlossen werden, gibt es Empfehlungen. Die deutschen Richtlinien hält der Medizinethiker Hans-Jörg Ehni von der Universität Tübingen für überzeugend – auch wenn er eine wichtige Prämisse nicht teilt.

Dieses Interview eröffnet eine Serie der ZukunftsReporter und Plan G, in der wir in das Corona-Jahr 2021 blicken. Wir werden über die Pflege in Krankenhäusern und Zuhause schreiben, über Chancen und Risiken der Impfung und die Frage, wie sich die Verteilung gut organisieren lässt.

Hilfskräfte versorgen bei einer Übung der deutschen und US-amerikanischen Katastrophenhilfe Schauspieler, die als Verletzte zu einer Sammelstelle gebracht werden.
Übung der deutschen und US-amerikanischen Katastrophenhilfe: 75 Schauspieler werden als Verletzte zu einer Sammelstelle gebracht, wo über ihre Behandlung entschieden wird. Eine solche Triage hat nicht viel mit den ethisch schwierigen Entscheidungen in der Corona-Pandemie zu tun, erklärt der Medizinethiker Hans-Jörg Ehni im Interview.
Porträt des Medizinethikers Hans-Jörg Ehni mit dem Zitat: „Wir haben es mit einem moralischen Dilemma zu tun – unter Umständen sind alle Optionen falsch.“
Hans-Jörg Ehni (Jahrgang 1969) ist stellvertretender Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen. Seit 2004 arbeitet er an diesem Institut. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt der Themenbereich Ethik, Alter und Medizin. Ehni ist Mitglied der Ethikkommission der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

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