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Das Merkel-Lexikon: Von Heimat über Huawei, Humor und Internet bis Judentum

28.04.2019
42 Minuten
Die Hände von Kanzlerin Merkel, zur Raute geformt.

Handkuss

Im Laufe der Kanzlerschaft hat Merkel viele Handküsse bekommen – einen der rustikalsten sicher vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban am 8. Mai 2014. Er zog und bog ihre Hand nach oben, bevor er einen feuchten Kuss darauf platzierte. Ein anderer Küsser ist auf der politischen Bühne zumindest vorerst in die zweite Reihe verschwunden – Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der sie oft in weibliche Posen zwängte.

Handel

Dass die Kanzlerin einer der führenden Exportnationen der Weltnationen der Welt stets die Bedeutung des Handels betont, ist wenig verwunderlich. Tatsächlich durchzieht dieses Thema die Kanzlerschaft Merkels, rückte auf der Skala der bedeutenden Themen sogar nach oben. So musste sie Schlachten um Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) oder Kanada (Ceta) schlagen. Und seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump geht es auch Handelskriege oder Grundsätzliches wie die Verteidigung der WTO (s. WTO). Mit gewisser Genugtung registrierte Merkel 2019 ein Umdenken bei dem Thema: „Angesichts der vielen Diskussionen über protektionistische Maßnahmen hat sich das Verhältnis der deutschen Bürger zu Freihandelsabkommen spürbar verbessert“, sagte sie. „Wenn ich an die Kämpfe um Ceta denke oder an die Frage von TTIP und das Chlorhühnchen, dann sehe ich: Wir sind doch heute ganze Runden weiter.“[1] Das änderte nichts daran, dass Frankreich im Juli 2019 das Ceta-Abkommen endgültig ratifizierte – lange vor Deutschland als angebliches Land des Freihandels.

Als wie wichtig Merkel den Handel ansieht, zeigte sich, als sie über die Gründe der in Deutschland schwächelnden Konjunktur sprach. „Ich glaube, dass die konjunkturelle Eintrübung im Wesentlichen auch durch Unsicherheiten im globalen Handelsgefüge hervorgerufen ist“, sagte sie. Auf die Frage nach Maßnahmen ihrer Regierung verwies sie deshalb auch darauf, dass man als Erstes „möglichst viel Verlässlichkeit in die Handelsbeziehungen“ bringen müsse, sagte mit Blick auch auf den Handelsstreit zwischen den USA und China.[2]

  • [1] Sommerpressekonferenz in Berlin, 19. Juli 2019.
  • [2] Sommerpressekonferenz in Berlin, 19. Juli 2019.
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Andreas Rinke

Andreas Rinke

Andreas Rinke ist seit 2011 Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Der promovierte Historiker hat zuvor als Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und als Politikkorrespondent in Berlin beim Handelsblatt gearbeitet. Mit Christian Schwägerl hat er das Buch „11 drohende Kriege“ (2012, aktualisiert 2015) verfasst. Sein Buch „Das Merkel-Lexikon“ ist im Herbst 2016 beim Verlag zu Klampen erschienen. Bei RiffReporter entwickelt er das „Merkel-Lexikon“ zu einem ständig aktualisierten und erweiterten Projekt fort.


Merkel als Lexikon

Mein Name ist Andreas Rinke, ich bin Berliner Chefkorrespondent einer großen Nachrichtenagentur und berichte seit vielen Jahren über Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union.

Mein RiffReporter-Projekt „Das Merkel-Lexikon" bietet Ihnen eine einmalige, stets aktuelle Sammlung von Fakten, Wissen und Hintergründen über Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Lexikon ist aus „Süddeutscher Zeitung" und „Tagesthemen" bekannt.

Bereits seit 2005 regiert Merkel Deutschland. Die mächtigste Frau Europas hat dabei auch die EU maßgeblich geprägt. Doch nicht immer ist es einfach, die Kanzlerin zu verstehen. Als Journalist beobachte ich Angela Merkel seit ihrem Amtsantritt. Mein Beruf als „Kanzler-Korrespondent“ bringt es mit sich, dass ich Merkel in manchen Wochen täglich erlebe, bei Presseterminen, Reisen und Gesprächen. Ich berichte aus der Nähe, aber mit kritischer Distanz und ohne eigene „Agenda". Dabei versuche ich, die langen Linien in Merkels Politik ebenso herauszuarbeiten wie kurzfristige Neuigkeiten. Meine Arbeit eröffnet mir eine Vielzahl von Eindrücken – und den Blick auf das große Ganze.

Das „Merkel-Lexikon“ ist zuerst 2016 im Verlag zu Klampen als Buch erschienen. Bei RiffReporter steht Ihnen exklusiv ein aktuelles Online-Lexikon zur Verfügung. Meine „Merkelpedia" hat mehr als 350 Stichworten – und ständig kommen neue hinzu. Meine laufenden Recherchen und aktuelle Ereignisse arbeite ich fortlaufend ein. Mit einer Einmalzahlung von 12 Euro oder einem RiffReporter-Abo bekommen Sie dauerhaften Zugang zum gesamten Lexikon.

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Andreas Rinke

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