Ein Quickstart in den Journalismus der Dinge

Diese Platine kann eine Reporterin sein

Jakob Vicari Aufziehroboter mit Mikrocontroller unter dem Arm

Journalismus der Dinge– Strategien für den Journalismus 4.0

Die billigste Art ins Internet der Dinge zu kommen bietet der ESP Er ist ein kleiner Mikrocontroller, wie er zum Beispiel auf dem D1-Mini Board verbaut ist.  Der D1 mini ist so eine Art Aufziehroboter unter den Mikrocontrollern: Er kann nicht viel und ist nicht besonders elegant. Aber das macht er ganz bezaubernd.

Der D1 mini ist ein winziger Computer, der immer nur ein Programm ausführen kann. Ein Licht An und Aus machen zum Beispiel. Und sich ins Wlan einwählen, wenn man ihm die Benutzerdaten verrät. Um ihm mehr Fähigkeiten zu verleihen, braucht man zusätzliche Teile. Sensoren, Taster oder Bildschirme. Sie können aus ihm einen Roboter bauen. Einen Gießlogger für Ihren Garten. Oder einen Mini-Fernseher für das Puppenhaus. Seien Sie kreativ!

Wer freut sich nicht darüber? Ein Mikroconrtroller auf einer Karte.
Jakob Vicari

Vielleicht haben Sie das kleine Board auf einer Postkarte für mein Buch Journalismus der Dinge erhalten. Bitte probieren Sie ihn aus! Sie können es sonst günstig zum Beispiel hier kaufen (Affiliate Link). Sechs Euro für einen programmierbaren Controller mit Wlan-Unterstützung ist ein unschlagbarer Preis. Dieser Artikel beschreibt die allerersten Schritte, um sich mit dem Board vertraut zu machen.

Eine Warnung: In dieser Koralle werbe ich für einen Einstieg mit dem Particle Argon. Das ist der luxuriöse, komfortable Start. Es ist so: Der Start mit dem D1 mini ist holperiger. Er nimmt Sie gleich mit in einige Eigenarten der Mikrocontroller-Programmierung.

Der D1 mini eignet sich für die Übertragung von Sensordaten ins Netz, oder um einfache Dinge, wie eine LED anzuschalten. Er verbraucht kaum Energie. Und wenn man ihn verliert, ist das auch nicht so schlimm. Als Herz haucht der D1 mini Dingen Leben ein. Die unbelebte Welt um Sie herum erwacht. Seien Sie überzeugt: Diese kleine Platine kann eine gute Reporterin werden!

Der D1 mini ganz nah: Acht digitale Eingänge. Und einen USB-Anschluss auf dem Rücken.
Jakob Vicari

Vorbereiten

Fangen wir mit der Ausbildung zur Spitzenjournalistin an. Um den D1 mini zu programmieren brauchen Sie ein Micro-USB-Kabel wie es bei vielen Geräten dabei ist. Und einige Software-Komponenten. Der D1 mini wird wie ein Arduino programmiert. Das heißt, sie brauchen die kostenlose Software Arduino IDE. Weil der D1 mini aber kein offizielles Arduino Board ist, müssen seine Stammdaten auf Ihren Computer. Sie wählen den Menüpunkt "Arduino–>Einstellungen" und tragen in das Feld mit dem kryptischen Namen "Zusätzliche Boardverwalter-URLs" diese Adresse ein: http://arduino.esp8266.com/stable/package_esp8266com_index.json. Wählen Sie "Ok". Unter dem Menüpunkt "Werkzeuge –> Board" taucht er jetzt auf als "Lolin D1 R2 & mini".

Außerdem brauchen Sie noch den CH340 Treiber, damit der D1-Mini Sie versteht, wenn Sie ihn mit dem Kabel an ihren USB-Port anschließen. Nachdem Sie diese drei Schritte unternommen haben, sollten Sie in der Arduino IDE unter dem Menüpunkt Werkzeuge: Boards auch das Lolin D1 R2 & mini auswählen können. Das Menü Werkzeuge sollte bei Ihnen so eingestellt sein:

Die Arduino IDE ist die praktische Software, um Arduino-Boards zu programmieren
Jakob Vicari

Programmieren

Der D1 mini hat kein Display. Die einfachste Art in Kontakt zu treten ist eine kleine blaue LED. Mit diesem Programm lassen wir sie blinken. Auf sich aufmerksam machen das sollte schließlich jede Reporterin können.

/*

 ESP8266 Blink by Simon Peter

 angepasst & übersetzt als Beispiel von Jakob Vicari

 Blink the blue LED on the D1 Mini module

 This example code is in the public domain

*/


void setup() {

 pinMode(LED_BUILTIN, OUTPUT);   // Den Pin der internen LED mit LED_BUILTIN bestimmen & als Ausgabe setzen

 Serial.begin(115200);

}

// Die Loop Funktion wiederholt sich immer wieder 

void loop() {

 digitalWrite(LED_BUILTIN, LOW);  // Die eingebaute LED anschalten | unlogischerweise mit LOW    

 Serial.println("Hello World");  // Mit jedem Aufblinken ein Hello World in der seriellen Konsole anzeigen             

 delay(500);           // Für eine Sekunde warten

 digitalWrite(LED_BUILTIN, HIGH); // Die blaue LED wieder ausschalten mit HIGH

 delay(1000);           // Für eine Sekunden warten

}

Kopieren Sie den Code in die Arduino-IDE, schließen ihren D1 mini mit einem MIkro-USB-Kabel an den USB Port an und drücken in der Arduino IDE das Symbol Pfeil im Kreis "–>".

Sie sehen, wie das Prgramm erst kompiliert wird, das heißt, es wird in Computersprache übersetzt. Der D1 mini sollte jetzt regelmäßig blau blinken. Das ist schön anzusehen, aber etwas nutzlos.

Wenn Sie in der Arduino IDE den Seriellen Monitor öffnen (unter Werkzeuge: Serieller Monitor), sehen Sie, dass der D1 die Zeile "Hello World" schickt, wieder und wieder. Sie sehen: Dinge zu programmieren ist gar nicht schwer. 

Der D1 mini bringt das Versprechen mit, dass Siie vernetzte Dinge für unter 10 Euro bauen können. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lichtsensor, der Straßenlaternen in Ihrer Stadt überwacht? Oder einer Horde Lautstärkesensoren, die die Stadt kartieren?

Jedes der Löcher am kleinen blauen Board ist ein digitaler Ein- und Ausgang. Die Ausgänge, die mit D1 bis D8 beschriftet sind, können entweder an oder aus sein. Hier können Sie zum Beispiel LEDs anschließen oder Sensoren. Wenn Sie nicht löten möchten, legen Sie sich ein paar Krokodilklemmen für Ihre ersten Experimente zu. Hier können Sie mit passenden Sensoren oder Displays kommunizieren. Ein guter Beginn ist ein Temperatursensor. Wie das geht, zeige ich in meinem Buch. Und natürlich hier in dieser Koralle. Willkommen im Bastelversum!

3 Tipps aus dem Netz

  1. Wie Sie mit dem D1 mini Einen Fernseher für ein Puppenhaus bauen, finden Sie hier.
  2. Wie Sie eine einfache Wetterstation bauen, steht hier.
  3. Und wie Sie die Feuchte im Blumenbeet loggen, steht hier.

***

Es freut mich, dass Sie sich für den Journalismus der Dinge begeistern! Meine Anleitungen und Berichte aus der neuen Welt des Journalismus können Sie einzeln erwerben. Das Buch zur Koralle: Journalismus der Dinge (Halem-Verlag). Und natürlich möchte ich wissen: Was interessiert Sie? Schreiben Sie mir: jot@jakobvicari.de

Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Jakob Vicaris Journalismus der Dinge