Science-Studie: Hilft Schlaf-Therapie gegen Stress und Angst?

Dauerhaft gestresste Mäuse werden ängstlich – aber nur, wenn sie nicht schlafen dürfen. Selbst Menschen hilft Schlaf beim Stress-Abbau. Lässt sich dieser Effekt therapeutisch nutzen?

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Ein Mann liegt ausgestreckt auf einem Sofa und schläft. Er hat noch Anzughose, Schlips und Hemd an, seine schwarzen Schuhe liegen auf dem Boden.

Sozialer Stress kann belastend sein und auf Dauer krank machen. Eine Studie mit Mäusen legt nun nahe, dass vielleicht auch wir auf diesen Stress mit erhöhtem Schlafbedarf reagieren. Offenbar handelt es sich um ein biologisches Schutzprogramm.

Direkt nach der Arbeit zu Hause aufs Sofa fallen und erstmal ein Nickerchen machen: Kennen Sie das? Passiert es Ihnen öfters? Sogar dann, wenn Sie eigentlich recht ausgeschlafen sind? Dann könnte es sein, dass die Bedingungen am Arbeitsplatz nicht ideal sind. Wenn Sie etwa unter aggressiven Kolleg*innen leiden, die Belastung insgesamt zu hoch ist oder Ihre Arbeit nicht genügend wertgeschätzt wird, dann empfinden Sie dort vermutlich zu viel psychosozialen Stress. Und dann möchte sie womöglich ein tief verankerter biologischer Mechanismus vor den negativen Folgen dieses Stresses schützen: der Schlaf.

Zumindest Mäuse, die einer vergleichbaren Situation ausgesetzt sind, reagieren so. Einer aktuellen Studie zufolge, die jetzt im führenden Fachblatt Science erschienen ist, fallen die Nager umgehend in Schlaf, nachdem Forschende sie längere Zeit in den Käfig eines aggressiven, dominanten Artgenossen gesteckt haben. Für die Tiere ist eine solche Situation ausgeprägter psychosozialer Stress. Ihr Stresshormonspiegel steigt während der Auseinandersetzung auf ein entsprechend hohes Niveau. Sie sind danach außergewöhnlich ängstlich.

Drei Mäuse schlafen aneinander gekuschelt in einem gemütlichen Nest aus Stroh.
Wenn Mäuse psychosozialem Stress ausgesetzt waren und dann wieder in Sicherheit sind, fallen sie umgehend in Schlaf.

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