Gemeinsam gute Gesundheitsentscheidungen treffen

Ärzt*innen und Patient*innen als starkes Team

5 Minuten
Hände, die sich gegenseitig halten

Viele Menschen sind sehr nervös, wenn sie zum Arzt gehen. Das liegt nicht nur daran, dass sie sich in dieser Situation Sorgen um ihre Gesundheit machen. Es hat sehr oft auch damit zu tun, dass sie Ärzt*innen als „höhergestellte“ Personen ansehen. Wer erinnert sich noch an das mächtige Vierergespann der Dorfgemeinschaft aus alten Erzählungen: Pfarrer, Lehrer, Förster und Arzt? Das Klischee sagt: Beim wöchentlichen Stammtisch im Gasthaus regelten sie das Leben aller anderen. Ohne sie lief nichts und an ihnen kam keine Entscheidung vorbei.

Seitdem hat sich vieles in unserer Gesellschaft verändert. Ganz zu Recht wollen viele Menschen gerade auch in Sachen Gesundheit mitbestimmen und sich nicht bevormunden lassen. Das ist übrigens kein neumodischer Schnickschnack, sondern seit 2013 im Patientenrechtegesetz verankert [1].

Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Drei sich überlappende Kreise in Blautönen, in der Schnittstelle steht der Text gute informierte Entscheidungen
Für gute Gesundheitsentscheidungen braucht es die Expertise der Gesundheitsberufe, die beste Evidenz aus klinischen Studien und deine eigenen Werte und Bedürfnisse.
Die 3 Phasen der Entscheidungsfindung sind als Flowchart dargestellt. In der Teamphase werden die Ziele definiert. In der Optionsphase die Möglichkeiten besprochen. Und in der Entscheidungsphase gewinnt man Klarheit über die Präferenzen. Alle Phasen sind geprägt durch aktives Zuhören und sorgfältiges Abwägen (steht in der Mitte).
Die 3 Phasen der gemeinsamen Entscheidungsfindung in der Medizin. Quelle: https://www.bmj.com/content/359/bmj.j4891