Vorbereitung auf eine neue Pandemie: Von Datenlücken und Doppelstrukturen

Fehlende wissenschaftliche Daten haben in der Corona-Krise viele Probleme bereitet. Ein neues Gesundheitsmonitoring soll diese Lücke füllen. Gleichzeitig treibt Minister Lauterbach die Entmachtung des Robert Koch-Instituts voran. Experten zweifeln, dass Deutschland auf eine neue Pandemie wesentlich besser vorbereitet wäre als 2020.

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Blick durch ein rundes Fenster in die Dekontaminationsdusche des Hochsicherheitslabors am Robert Koch-Institut. Durch den Spülschaum ist zu erkennen, dass eine Person darin gerade ihren Schutzanzug abspült, eine Handfläche hält sie mit dem Schutzhandschuh an das Fenster.

Wie entwickelt sich das Infektionsgeschehen? Wer gehört zur Risikogruppe? Was bringen Masken und Schulschließungen? Wie groß ist die Gefahr von Langzeitfolgen? Wie genau wirkt sich die Impfung aus? Etliche Fragen, die zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie aufkamen, stehen bis heute in der Diskussion. Manche Antworten fehlen – andere liegen eigentlich vor, werden aber beständig in Zweifel gezogen. Einer der wesentlichen Gründe für Unklarheiten und gesellschaftlichen Zoff: In Deutschland fehlen aussagekräftige wissenschaftliche Daten.

Pläne für eine groß angelegte Kohortenstudie lagen bereits seit zehn Jahren in der Schublade des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI). Sie scheiterten an der Politik.

Eine rechtzeitig aufgesetzte Bevölkerungsstudie hätte vieles frühzeitig klären und mancher wilden Debatte Fakten entgegensetzen können: Eine Kohorte, wie Wissenschaftler sagen, eine große, repräsentative Gruppe von Menschen also, die regelmäßig zu den brennenden Themen befragt und deren Corona-Infektionen und Impfstatus festgehalten wird.

Doch es gab keine solche Kohorte. Ein Versäumnis – darüber sind sich die Experten ausnahmsweise einmal relativ einig.

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Martin Rücker


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