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Krise – welche Krise?

Mit mehr Gemeinsinn zur resilienten Gesellschaft

von
28.05.2020
9 Minuten
Gelbe Tulpen für die Straßenarbeiter – am Rande eines neuen Popup-Radwegs in Berlin, der im Frühling 2929 während der Corona-Krise eingerichtet wurde.

In der Coronakrise orientieren sich viele Menschen stärker auf das Gemeinwohl. Für die Wirtschaft heißt das mehr Kooperation und Vernetzung, weniger Wettbewerb. Mehr Wir, weniger Ich – aus dieser Umorientierung der Menschen in der Krise entstehen neue Chancen und Innovationsmöglichkeiten.

Teil der KlimaSocial-Serie „An der Weggabelung“ – von Christiane Schulzki-Haddouti

Die Krise als Krisis (griech. Κρίσις) meint im ursprünglichen Sinne, eine Entscheidung herbeizuführen. Später verstand man darunter eine „Zuspitzung“ eines Zustands, der Entscheidungen erfordert. Akute Gefahren müssen rasch und wirksam abgewendet werden. In der Coronakrise wie in der Klimakrise geht es darum, rasch nachhaltig wirkende Maßnahmen zu finden, damit sich die Krisen nicht zu Katastrophen entwickeln.

Mehr Gemeinsinn wagen

Eine stärkere Gemeinschaftsorientierung durchzieht viele der Forderungen, die jetzt in der Corona-Krise gestellt werden: Beispielsweise veröffentlichten bereits Mitte April 170 Soziologen und Umweltforscherinnen in den Niederlanden ein Manifest [q1], in dem sie in fünf Punkten eine Umorientierung forderten – weg vom Neoliberalismus hin zu Gemeinwohl-orientierten Reformen. Sie regen an, künftig die Entwicklung von Volkswirtschaften nicht am Wachstum das Bruttosozialprodukts zu bewerten, sondern nach einem differenzierten Modell: So soll nach Sektoren unterschieden werden, die wachsen dürfen, wie etwa saubere Energie oder Bildung und Pflege, sowie Sektoren, die schrumpfen müssen, weil sie nicht nachhaltig genug sind bzw. einen übermäßigen Konsum befördern. Dazu gehören beispielsweise die von fossilen Energien dominierten Sektoren sowie Werbung.

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Grafik mit einer sogenannten „Landkarte der Zukunft“ auf der verschiedene (nummerierte) Zukunftsszenarien verortet werden, die sich entlang der Achse Wir-Ich-Orientierung sowie der Achse Global-Regional gruppieren. 
Quelle: Burmeister et al.: Deutschland neu Denken. 2018
„Landkarte der Zukunft“ auf der verschiedene (nummerierte) Zukunftsszenarien verortet werden. Diese gruppieren sich entlang der Achse Wir-Ich-Orientierung sowie der Achse Global-Regional. (aus: Burmeister et al.: Deutschland neu Denken. 2018)
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Christiane Schulzki-Haddouti

Christiane Schulzki-Haddouti

schreibt seit 1996 über das Leben in der Informationsgesellschaft, seine Chancen und Schwierigkeiten. Für Riffrepoerter befasst sie sich mit praktischen und theoretischen Fragen der Kommunikation, Organisation und Vernetzung im Rahmen der Klimakrise.


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