Neue Abhängigkeiten: Rohstoffe für die Energiewende

Deutschland und die EU importieren aus Russland nicht nur Öl und Gas, sondern auch viele metallische Rohstoffe. Die werden auch für die Energiewende benötigt. Entsteht aus einer Abhängigkeit so gleich die nächste?

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Heißes Metall wird in einem Schmelzwerk von Nornickel abgegossen

Nur ein paar hundert Kilometer vom Polarkreis entfernt, an den Ausläufern des mittelsibirischen Gebirges, liegt sie: die wohl dreckigste Stadt Russlands. Schon in Sowjetzeiten schufteten in Norilsk Gefangene in den Nickelmine und auch heute werden hier riesige Mengen an Nickel und anderen Metallen gefördert und verarbeitet.

Nicht zuletzt dank dieser weitestgehend abgeschotteten Region, in der seit Jahrzehnten ohne viel Rücksicht auf Umwelt und Bevölkerung Metalle gefördert werden, ist Russland der weltweit drittgrößte Nickelproduzent, das wichtigste Abbauland für Palladium und das zweitwichtigste für Platin. Auch Deutschland bezieht rund 44 Prozent seines Nickels aus Russland, ebenso wie relativ große Anteile an Palladium, Kupfer, Stahl und Aluminium. Ob das auch in Zukunft der Fall sein wird, ist fraglich.

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Für Lieferketten und Preise von großer Bedeutung: Die Rohstoffe, die deutsche Unternehmen aus Russland importieren, sind auch für viele Technologien der Energiewende essentiell.
Analyse der Deutschen Rohstoffagentur: Auch bei der Weiterverarbeitung der Metalle (Raffinadeproduktion) zeigt sich eine hohe Marktkonzentration und hohe Länderrisiken. Hier dargestellt in einer Grafik
Analyse der Deutschen Rohstoffagentur: Auch bei der Weiterverarbeitung der Metalle (Raffinadeproduktion) zeigt sich eine hohe Marktkonzentration und hohe Länderrisiken. Viele Rohstoffe wie z.B. Silizium, Niob, Seltene Erden sind sehr wichtig für die Energiewende.

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