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Phosphor in Zahlen: Ohne Phosphor keine Landwirtschaft

12.02.2021
2 Minuten

Zahlen und Daten sind eine unverzichtbare Grundlage für unsere Berichterstattung im Phosphorama. Darum tragen wir in unserer Reihe „Phosphor in Zahlen“ die wichtigsten Statistiken zusammen und bereiten sie grafisch auf, so dass sie für unsere Leserïnnen schnell greifbar und nachvollziehbar sind.

Phosphor ist ein lebenswichtiges Element. Doch wie sehr unsere Nahrungsmittelproduktion und damit unser Überleben von dieser Ressource abhängt, machen wir uns nur selten klar. Ein Blick auf die Zahlen für Deutschland und Europa macht die Dimensionen deutlich.

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Tortendiagramm: 83% Landwirtschaft, 11% Industrielle Anwendungen, 6% Nahrungs- und Futtermittelproduktion
Phosphor-Verwendung in Deutschland

Abb. 1: Der größte Verbraucher von Phosphor in Deutschland ist die Landwirtschaft. 83% des Phosphors in Deutschland werden zur Herstellung von Düngemitteln verwendet, ein kleinerer Teil auch in der Futtermittelindustrie.

Daten: BGR Rohstoffsteckbrief 2014

Die Phosphat-Reserven auf der Erde sind begrenzt und geografisch sehr ungleich verteilt. Bisher sind Deutschland und auch die meisten Länder in der EU zu 100 Prozent abhängig von Importen. Nach der Novellierung der Klärschlammverordnung muss Phosphor in Deutschland künftig zurückgewonnen und recycelt werden. Damit lässt sich die Menge an Phosphat-Importen reduzieren.

Das Balkendiagramm zeigt, dass der Phosphorverbrauch in der Landwirtschaft in Deutschland ist seit den neunziger Jahren gesunken ist, von etwas über 400.000 t im Jahr 1993 auf 200.000 t in 2019.
Phosphor-Verbrauch in der Landwirtschaft in Deutschland

Abb. 2: Der Phosphorverbrauch in der Landwirtschaft in Deutschland ist seit den neunziger Jahren gesunken. Deutlich zu sehen ist der plötzliche Rückgang in der Phosphornutzung in den Jahren nach 2008, als der Weltmarktpreis aufgrund der globalen Wirtschaftslage kurzfristig auf das etwa Achtfache des bis dahin üblichen Preises anstieg.

Die Jahre beziehen sich auf das Wirtschaftsjahr, das am 1. Juli beginnt und am 30. Juni des Folgejahres endet. Phosphormengenangaben beziehen sich auf den P2O5-Gehalt. Daten: Destatis

Das Balkendiagramm zeigt den Phosphorverbrauch in Europa für die Jahre 2000 bis 2017. Er hat in diesem Zeitraum nur geringfügig abgenommen, von ca. 1,3 Mio t im Jahr 2000 auf ca. 1,2 Mio t in 2017. Im Jahr 2009 wurden infolge eines kurzzeitigen Preishochs nur ca. 850.000 t Phosphor in Europa verbraucht.
Phosphor-Verbrauch in der Landwirtschaft in Europa

Abb. 3: Der Phosphorverbrauch in der Landwirtschaft in der Europäischen Union ist gegenüber dem Jahr 2000 nur leicht gesunken und liegt weiter auf hohem Niveau.

Phosphormengenangaben beziehen sich auf elementaren Phosphor (P). Daten: Eurostat

Wer noch tiefer in die Hintergründe des europäischen Düngemittelverbrauchs eintauchen will, findet hier weitere nützliche Informationen:

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Das Rechercheprojekt Phosphorama wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Die DBU nimmt keinerlei Einfluss auf die Inhalte unserer Berichterstattung. Nähere Informationen finden Sie hier.

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Sibylle Grunze

Sibylle Grunze


Phosphorama

Ohne Phosphor können Sie nicht leben. Sie nicht, Tiere nicht, Pflanzen nicht - niemand auf der Erde, und nichts. Phosphor ist ein lebenswichtiger Rohstoff und anders als zum Beispiel Erdöl durch nichts zu ersetzen.

Phosphor ist kein seltenes Element. Trotzdem könnte er in einiger Zeit knapp werden. In großen Teilen der Welt ist er das schon.

Hierzulande ist Phosphor* bisher eher durch Überfluss aufgefallen als durch Knappheit, als Gewässerverschmutzer in Waschmittel oder Dünger, oder als Zusatzstoff im Essen.

Beide Szenarien, Mangel ebenso wie Überfluss, machen deutlich, wie wichtig ein nachhaltiges Phosphormanagement für unsere Zukunft ist. Denn Phosphor ist eine von allen begehrte, aber endliche Ressource. Unsere gesamte Lebensmittelversorgung ist von ihm abhängig. Und: Die Vorkommen an mineralischem Phosphor auf der Erde sind nicht nur begrenzt, sie sind auch sehr ungleichmäßig verteilt. Schon jetzt beherrschen wenige Staaten den Weltmarkt. Ihre Macht wird in den kommenden Jahren wachsen.

Die Prognosen darüber, wann die globalen Phosphatreserven aufgebraucht sein werden, schwanken stark. Nach anfänglichen Warnungen, dass sie schon in einigen Jahrzehnten zuneige gehen könnten, gehen die meisten Experten inzwischen davon aus, dass die Vorräte noch einige hundert Jahre reichen werden. Doch unabhängig davon, wann der letzte Krümel tatsächlich verbraucht sein wird, zeigen Überdüngung und tödliche Algenblüten, Konzentration und steigende Weltmarktpreise schon jetzt, dass es notwendig ist, den Phosphorkreislauf zu schließen.

Doch der Weg in die Kreislaufwirtschaft ist schwierig und es sind noch viele Fragen offen. Am Beispiel des Phosphors begleiten wir diesen Weg ein Jahr lang und schauen uns die Welt für Sie durch die "Phosphorbrille" an - von Gülle bis Goldstaub. Willkommen im Phosphorama!

Ihre Fragen und Kommentare sind herzlich willkommen. Auch Ihre Themenwünsche in Sachen Phosphor nehmen wir gerne auf und versuchen, ihnen gerecht zu werden. Schreiben Sie uns unter kontakt@phosphorama.de. Wir sind gespannt!


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* In seiner elementaren Form kommt Phosphor in der Natur praktisch nicht vor, sondern meist in seiner oxidierten Form als Phosphat. Umgangssprachlich werden die Begriffe oft synonym verwendet und so handhaben wir es auch in unseren Texten. In Zusammenhängen, in denen die Unterscheidung des chemischen Zustands relevant ist, werden wir entsprechend darauf hinweisen.

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