Klima-Kolumne: Warum können wir Klimaschutz nicht endlich als Chance begreifen?

Ob Tempolimit, Wärmepumpe oder Subventionskürzungen: Klimaschutzmaßnahmen werden oft als Zumutung gesehen. Warum wir positiver über den Wandel sprechen sollten. Eine Klima-Kolumne.

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Auf der Grafik sieht man eine Erdkugel, die zur einen Hälfte braun aussieht, mit toten Bäumen und Fabriken Auf der anderen Seite ist sie grün, mit Bäumen und Windrädern.

Vor ein paar Jahren habe ich auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung einen Artikel mit der Überschrift: „Echter Klimaschutz muss wehtun“ gelesen. Schon damals habe ich mich sehr über den Titel geärgert. Bis heute ist er mir im Gedächtnis geblieben. Die Botschaft, die dahintersteht: Klimaschutz ist unbequem, es geht um Verbote, und darum, dass mir als Bürger:in etwas weggenommen wird. Und klar, wer will das schon?

Kein Wunder, dass einige Menschen aufgrund solcher Formulierungen Klimaschutzmaßnahmen mittlerweile per se als negativ sehen. Sprache konstruiert unsere Wirklichkeit. Sie ist deshalb so mächtig, weil Worte, wie „Klimaschutz muss wehtun“, mit Assoziationen verknüpft sind. Worte transportieren nicht nur Informationen in unser Gehirn, sondern auch Emotionen.

Klimaschutz beeinflusst unser Dasein positiv

Ich habe mich aber nicht nur über diese Überschrift aufgeregt, weil sie ein Beispiel für Effekthascherei im Journalismus darstellt. Sondern weil die Aussage schlichtweg falsch ist. Die Zukunft wird alles andere als rosig aussehen, wenn wir keine Klimaschutzmaßnahmen ergreifen. Klimaschutz beeinflusst unser Dasein positiv – denn daran ist unsere Ernährungssicherheit, unser Wohlstand und vieles mehr geknüpft. Diese Botschaft müssen Medien und Politik verstärkt transportieren und das wird noch viel zu wenig getan.

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Redaktion: Marianne Falck