Klima-Kolumne: Einmal Klimageld bitte – aber nicht für mich!

Viele Menschen sehen das geplante Klimageld kritisch. Ihr Wunsch: Das Geld soll lieber in klimafreundliche Maßnahmen fließen oder eher an einkommensschwächere Menschen ausgezahlt werden – eine gute Idee?

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Man sieht eine Hand, die einen 100-Euro-Schein in der Hand hält.

Das Klimageld wurde erst groß von der Ampelkoalition präsentiert – nun hängt es in der Warteschleife. Wie lange, ist noch ungewiss. Zuerst verkündete Finanzminister Christian Lindner (FDP), dass die Ausschüttung frühestens ab 2027 erfolgen soll – also nach der aktuellen Legislaturperiode. Nun steht ein möglicher Auszahlungstermin bereits im Jahr 2025 im Raum.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Konzept Klimageld? Die Idee ist simpel: Seit 2021 gibt es den CO2-Preis für Benzin, Heizöl und Gas. Der Preis wird in den kommenden Jahren immer weiter erhöht und wirkt wie eine Steuer. Die Einnahmen werden in den Bundeshaushalt gespült und ein Teil davon soll jedem Bürger und jeder Bürgerin pauschal als Klimageld zurückerstattet werden – eine Art Ausgleich. Das ist zumindest der Vorschlag der FDP. Derzeit strebt man 100 Euro pro Kopf und Jahr an. Das bedeutet, eine vierköpfige Familie würde unabhängig vom Einkommen 400 Euro erhalten.

Klimageld für sozialen Ausgleich

Und ja, das Ganze sorgt für einen sozialen Ausgleich – zumindest auf den ersten Blick. Von dem Klimageld sollen vor allem diejenigen profitieren, die durch ihre Lebensweise weniger CO2 verursachen, zum Beispiel indem sie weniger Auto fahren oder sparsamer heizen. Oft gehören diese Personen zu einkommensschwächeren Gruppen. Das Klimageld dient dazu, diese Menschen finanziell zu entlasten und sicherzustellen, dass umweltbewusstes Verhalten nicht zu einer unfairen finanziellen Belastung für sie wird. Je reicher man ist, desto mehr CO2 stößt man tendenziell aus. Man zahlt durch die klimaschädlichere Lebensweise einen höheren CO2-Preis und profitiert daher kaum von den 100 Euro Klimageld.

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Redaktion: Ulrike Prinz