Podcast Fließende Wasser: Herr Fetthauer und die Nister-Nasen

Die Fischart Nase bringt im Flüsschen Nister die Biodiversität voran, doch Kormorane gefährden sie.

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Drei silbrige Fische der Fischart Nase hintereinander über kieselsteinen in einer Unterwasseraufnahme aus einem Fluss mit

Seit Jahrzehnten treiben der ehrenamtliche Naturschützer Manfred Fetthauer und seine Mitstreiterïnnen Schutz und ökologische Entwicklung des kleinen Flusses Nister im Westerwald voran. Mit wissenschaftlicher Unterstützung fanden sie heraus, dass es vor allem die Fischart der Nasen ist, die den Fluss vor Algenplagen bewahrt. Wo die Nasen Algen wegputzen, ist das Gewässer auch für andere Arten attraktiv. Doch die Nasen wiederum sind attraktiv für die Kormorane, die sich viele Fische aus dem Fluss holen. Die großen schwarzen Vögel sind geschützt, treten aber zahlreich auf.

Die Nister fließt 30 Kilometer durch den Westerwald, bevor sie in die Sieg mündet, einen Nebenfluss des Rheins. Ein paar Gehminuten von der Nister entfernt, im Dorf Stein-Wingert, wohnt Manfred Fetthauer schon sein Leben lang. Früher, in seiner Kindheit, wäre der Fluss an einer Furt stromabwärts vom Dorf zur Laichzeit der Nasen, einer Karpfenart, schwarz vor Fisch gewesen, erzählt er. Damals hätte man mit bloßen Händen körbeweise Fisch aus dem Fluss fangen können. Von Kindesbeinen an beobachtet er die Nister.

Muscheln, die nach Fischen spucken

Im Podcast erzählt er vom Leben im Fluss: von den Nasen, die das Bett des Gewässers gründlich putzen, von Lachsen und Bachforellen, die sich zum Laichen auf den sauberen, gut durchströmten Kiesbetten einfinden, von Fischen, die ihre Eier in Muscheln ablegen und von Muscheln, die ihrerseits Larven nach Fischen spucken. Im Fluss herrscht eine feine Balance von Beziehungen zwischen den Arten. Viele von ihnen finden daher gute Lebensbedingungen vor. Es sind Geschichten wie aus dem Lehrbuch der Ökologie. Aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an der Nister große Probleme gibt, die die Lebensgemeinschaften im Fluss gefährden und das Gleichgewicht schon einmal schwer geschädigt hatten.

zwei schwarze Vögel mit langen Hälsen sitzen auf einem Felsen in einem Fluss.
Kormorane kommen regelmäßig an die Nister, um Fisch zu erbeuten.

Kormorane gefährden Entwicklung

Kormorane, die pro Tag mindestens ein Pfund Fisch als Futter brauchen, haben die Nister in der Vergangenheit schon einmal nahezu fischfrei gemacht und gefährden die ökologische Entwicklung des Flusses zu einem sauberen artenreichen Gewässer nach wie vor. Die Zusammenhänge sind wissenschaftlich untermauert, denn die Nister ist ein Ort intensiver Forschung. Auch davon erzählt Manfred Fetthauer in der fünften Folge des kostenlosen Podcasts „Fließende Wasser“.

Dank an Manfred Fetthauer für seine Fotos.

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