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Klimaschutz: Bonn steigt aus fossilen Energien aus

Die Stadt Bonn geht Klimaschutzpolitik auf kommunaler, europäischer und internationaler Ebene an

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Wenn Bonn 2035 klimaneutral wird, dürfte keine Dunstglocke mehr über der Bundestadt zu sehen sein – wie hier im Dezember 2021 beim Blick vom Ölberg, dem höchsten Berg im angrenzenden Siebengebirge.

Bonn beschloss Anfang Dezember einer Initiative beizutreten, die sich für den organisierten Ausstieg aus den fossilen Energien einsetzt. Investitionen in fossile Energien sind damit für die Stadt künftig ausgeschlossen. Damit ist die Bundesstadt am Rhein schon einen Schritt weiter als die Europäische Union. Dort beschlossen Europaparlament und EU-Ministerrat jetzt ein Umweltaktionsprogramm, das schrittweise erst einmal zum Ausstieg aus den Subventionen für fossile Energien führen soll. Eine verbindliche Frist gibt es noch nicht. Daher sind lokal-globale Initiativen wie für den „Nichtverbreitungsvertrag für fossile Energien“ (Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty) so wichtig, dessen Idee sich an den Abrüstungsinitiativen orientiert.

Der Nichtverbreitungsvertrag für fossile Energien als Frage der Glaubwürdigkeit

Die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) betont, dass die Ziele der Initiative sich mit dem Bekenntnis der Stadt Bonn zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels sowie dem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein, decken. Dafür müsse die Energieversorgung „schrittweise dekarbonisiert“ werden. Beschlossen wurde der Beitritt im Umweltausschuss der Stadt mit Stimmen der Grünen, SPD, Linken und VOLT. Er nahm damit einen Bürgerantrag des Bonner Bürgers und EU-Klimapakt-Botschafters Sven Harmeling an.

Harmeling findet den Vertragsbeitritt „für die Glaubwürdigkeit Bonns“ als Hauptstadt der internationalen Klimadiplomatie und Gastgeberstadt des UNFCCC-Sekretariats wichtig. Unterstützt wurde er von sechs lokalen Organisationen und Gruppen: Extinction Rebellion, Fridays For Future, Germanwatch, Moratorium-A565, Parents for Future and Psychologists, Psychotherapists for Future.

Bonn ist die erste deutsche Stadt, die der Initiative beigetreten ist. Inzwischen haben sich ihr rund 30 Städte angeschlossen. Vancouver war 2020 die erste Stadt, die der Initiative beitrat. Sie wird inzwischen von rund 1000 Organisationen sowie 150.000 Einzelpersonen unterstützt, darunter über 100.000 Ärzten in Südasien.

Lokal und international

Die Initiative zum Nichtverbreitungsvertrag ist nicht das erste Engagement der Stadt für den Klimaschutz: Bonn ist der Sitz des UN-Klimasekretariats und des Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit ICLEI. Das UN-Sekretariat unterstützt die internationalen Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen, organisiert Konferenzen und setzt sich für stärkeren Klimaschutz in Regionen und Städten ein. Zwar waren in der lange von SPD und CDU geführten Kommune Klimaschutzziele auch lokal ein Thema, doch örtliche Gruppen forderten ein noch überzeugenderes Engagement für Klimaschutz und Klimaadaption.

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Christiane Schulzki-Haddouti

Christiane Schulzki-Haddouti

schreibt seit 1996 über das Leben in der Informationsgesellschaft, seine Chancen und Schwierigkeiten. Für Riffreporter befasst sie sich mit praktischen und theoretischen Fragen der Kommunikation, Organisation und Vernetzung im Rahmen der Klimakrise.


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