Nach dem Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten: Wie geht es weiter?

Jetzt rückt die Verwendung von Blei bei der Jagd in Feld und Flur sowie beim Angeln in den Fokus

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Eine Gruppe aus fünf männlichen Stockenten fliegt von links nach rechts im blauen Himmel

Das Bleiverbot in Feuchtgebieten ist beschlossen. Wie geht es jetzt weiter? Ein Ausblick.

Nach dem beschlossenen Verbot von Bleischrot bei der Jagd in Feuchtgebieten durch den zuständigen EU-Ausschuss richtet sich der Blick nach vorn. Zunächst gilt es, den großen Erfolg in „trockene Tücher“ zu bringen. Mit dem Europäischen Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten muss das Verbot noch zwei Hürden nehmen.

Beiden können den beschlossenen Vorschlag innerhalb von drei Monaten noch ablehnen. Dies ist in der Praxis seit Bestehen der Europäische Union allerdings noch nie geschehen. Wachsamkeit ist gleichwohl angebracht. Auch im bisherigen Verlauf des Bleischrot-Verbotsverfahrens in Feuchtgebieten hat es einige bis dato beispiellose Wendungen gegeben, die das Vorhaben torpedieren oder ganz zu Fall bringen sollten. Es ist davon auszugehen, dass die Vertreter der Bleilobby sowohl durch Einflussnahme auf ihre jeweiligen Regierungen und damit über den Rat als auch über das Europäische Parlament versuchen werden, ein reibungsloses Durchwinken des Verbots zu verhindern.

Das nächste Verbotsverfahren ist schon in Vorbereitung

Zugleich gibt das Bleischrot-Verbot in Feuchtgebieten einem weiteren Vorhaben Rückenwind, das gerade innerhalb der EU vorbereitet wird: Es geht um ein Verbot von Blei auch bei der Jagd in allen anderen, terrestrischen, Lebensräumen und über Schrot hinaus auch in Kugelmunition sowie auf Außenschießplätzen und als Senkblei im Angelsport.

Der Kampf um die Durchsetzung eines Verbots auch in diesen Bereichen ist nicht weniger bedeutend als in der Feuchtgebietsjagd. Nach Daten der Europäischen Chemikalienagentur ECHA gelangen in der Europäischen Union dadurch in jedem Jahr zwischen 21.000 und 27.000 Tonnen Blei in die Umwelt.

Allein das künftig in Feuchtgebieten verbotene Bleischrot macht mit 14 000 Tonnen pro Jahr einen großen Teil aus. Der ECHA zufolge sterben dadurch auch in Feld, Wald und Wiese in jedem Jahr eine bis zwei Millionen Vögel an Bleischrot, ebensoviele wie in Feuchtgebieten. Auch durch die 2000 bis 6000 Tonnen Blei, die jährlich durch die Verwendung als Senkgewichte beim Angeln in die Umwelt gelangen, sterben Zehntausende Wasservögel.

Gründe genug also, die weitere Entwicklung beim Blei weiter im Auge zu behalten. Nächster wichtiger Schritt wird die Veröffentlichung einer ersten Entscheidungsempfehlung durch die ECHA sein, die noch im Herbst erwartet wird. Wir bleiben dran.

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Thomas Krumenacker


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