Krieg in Kornkammer Ukraine: Wie lässt sich weltweite Hungerkrise verhindern?

Der Ukraine-Krieg lässt die Getreidepreise steigen. Die G7-Agrarminister beraten über Reaktionen. Experten machen kontroverse Vorschläge von Fleischverzicht bis weniger Ökolandbau.

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Verwelktes Sonnenblumenfeld

Die Prognose klingt bedrohlich: Wenn es nicht gelingt, die voraussichtlich ausfallenden Nahrungsmittelexporte aus Russland und der Ukraine auszugleichen, könnten weltweit zusätzlich mehr als hundert Millionen Menschen zu wenig zu Essen haben und an Hunger leiden, schätzt der Agrarökonom der Uni Bonn, Matin Qaim. Fast 30 Prozent der weltweiten Weizen-Exporte stammten bisher aus der Ukraine und Russland. Hinzu kommen hohe Weltmarktanteile bei Gerste, Mais, Raps und Sonnenblumenöl. Vor allem Länder in Nordafrika, dem mittleren Osten, aber auch in Ostafrika, Afghanistan oder Bangladesch sind davon betroffen. Ägypten und Kenia etwa beziehen 80 Prozent ihres Weizens aus Russland und der Ukraine.

Im Vorfeld eines Treffens der G7-Agrarminister wurden daher unterschiedliche Maßnahmen diskutiert. Relativ unumstritten ist, dass Exporte vor allem aus Russland weiterhin ermöglicht werden sollten. Zudem ist es wichtig, dass einzelne Länder keine Exportverbote für Getreide verhängen und stattdessen auch Getreide aus nationalen Lagern möglichst anbieten. Vor allem China verfügt über sehr große Lagerbestände, die fast die Hälfte der weltweiten Weizenreserven ausmachen. Da die Ukraine bisher das Welternährungsprogramm der UN beliefert hat, wäre ein Ersatz hier dringend nötig.

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