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80 Prozent Amazonien

Auf dem Weltnaturschutzkongress der IUCN drängen indigene Führer auf ambitionierteren Schutz ihrer Wälder

23.09.2021
6 Minuten

Die indigene Führerin Claudette Labonté aus französisch Guiana  hält ein Plakat mit der Forderung „Amazonia 80×25“ in der rechten Hand.
Die indigene Führerin Claudette Labonté aus französisch Guiana wurde von den Aktivistinnen der Organisation AVAAZ als lebendige Version „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix' in Szene gesetzt. Es vergleicht den Kampf der Indigenen und ihre Anwesenheit auf dem Kongress in Marseille mit dem „Sturm auf die Bastille“ der französischen Revolution.

Indigene Organisationen aus Amazonien fordern den dringenden Schutz ihrer Gebiete. Beim wichtigsten Naturschutzkongress der Welt in Marseille standen sie mit ihrer Forderung im Mittelpunkt. Damit reagierte die Naturschutzbewegung auf die wissenschaftliche Evidenz, dass indigenes Wissen der Schlüssel zum Schutz gefährdeter Ökosysteme ist.

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Zum ersten Mal in seiner über 70 Jahre langen Geschichte haben die Indigenen eine volle Stimme beim Weltnaturschutzkongress der International Union for Conservation of Nature (IUCN) erhalten. Die älteste und größte internationale Naturschutzorganisation hat maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD) auf das Washingtoner Artenschutzübereinkommen und die Ramsar-Konvention.

Repräsentantïnnen von 23 indigenen Organisationen aus aller Welt waren nach Marseille zum Kongress angereist. Darunter war auch eine kleine Abordnung von Indigenen vom Amazonas. Mit ihrem Federschmuck und ihren bemalten Körpern zogen sie die Aufmerksamkeit auf sich, um ihrer Botschaft Nachdruck zu verleihen.

80 Prozent Schutz für das Amazonasbecken

„Wir sind jetzt in Frankreich. Wir wollen, dass dieses Land zur Welt spricht und die Indigenen Völker verteidigt“, sagte Gregório Mirabal. Er ist Vorsitzender der indigenen Amazonas-Dachorganisation COICA und forderte die Teilnehmerïnnen mit Nachdruck dazu auf, sich mit der Sache der amazonischen Völker zu solidarisieren.

Im Dringlichkeitsantrag, den die indigenen Repräsentantïnnen aus dem Amazonasbecken beim Weltnaturschutzkongress auf den Tisch legten, beriefen sie sich auf die Notlage des Planeten. Sie appellierten an den Generaldirektor und die Mitglieder der Weltnaturschutzunion, ihr Ziel zu unterstützen: mindestens 80 Prozent des Amazonasgebiets bis 2025 als Schutzgebiet auszuweisen.

Die indigene Führerin Claudette Labonté aus französisch Guiana wurde von den Aktivistinnen der Organisation AVAAZ als lebendige Version „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix' in Szene gesetzt. Es vergleicht den Kampf der Indigenen und ihre Anwesenheit auf dem Kongress in Marseille mit dem „Sturm auf die Bastille“ der französischen Revolution.

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Eine Vertreterin der Abordnung aus dem amazonischen Tiefland hält ein Plakat mit der Forderung, 50 Prozent des Planeten zu schützen
Das Fotoshooting mit Vertreterïnnen aus dem Amazonasbecken zum IUCN Kongress
Die amazonische Abordnung der Indigenen hält sich an den Händen und streckt sie in die Luft. Sie feiern, dass ihr Antrag auf 80-prozentigen Schutz des Amazonasbeckens auf dem IUCN angenommen wurde.
Die Indigenen vom Amazonas feiern ihren Sieg. Ihr Antrag auf 80-prozentigen Schutz des Amazonasbeckens wurde angenommen.
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Ulrike Prinz

Ulrike Prinz

Ulrike Prinz ist promovierte Ethnologin und Journalistin. Sie lebt in München und Barcelona.


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