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Phantom Methan

Seit Jahrzehnten glauben Forscher, Methan auf dem Mars nachzuweisen. Jetzt gibt es ernste Zweifel.

07.05.2020
etwa 1 Stunde
Der rote Planet Mars, mit erkennbaren geologischen Gräben

1877 betrachtet Giovanni Schiaparelli den Mars durch sein Teleskop und sieht feine Linien, die einander zu kreuzen scheinen. Der italienische Astronom hält sie für eine natürliche Erscheinung, vielleicht tief eingeschnittene Täler, benennt sie aber mit dem italienischen Wort canali, das eine ganze Generation von Astronomen beschäftigen wird. Denn die canali gelten vielen Forschern schon bald als Kanäle, also künstlich angelegte Wasserläufe. Ein Irrglauben, wie wir heute wissen.

Heute soll es nicht um Schiaparelli und die vermeintlichen Kanäle gehen, sondern um eine viel modernere Entdeckung auf dem Mars.

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Die Entdeckung

Wir springen in den Dezember 2014. Eine Pressekonferenz auf der Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union AGU. Damals war es gerade zwei Jahre her, dass Curiosity auf dem Mars gelandet war. Der nicht nur der schwerste Rover ist, der je auf einem anderen Planeten gelandet wurde. An Bord des robotischen Geologen befindet sich auch ein chemisches Labor. Der damalige wissenschaftliche Leiter der Mission ist John Grotzinger. Und der kündigte auf der Tagung der AGU eine große Entdeckung an.

In einem Reinraum, in dem mehrere Arbeiter in weißen Vollschutzanzügen stehen, wird in den noch offenen Rover Curiosity, mit vielen frei liegenden Kabeln und Komponenten, eine Mikrowellen-große Box in den Rover abgesenkt.
Das Herzstück des Rovers Curiosity, das „Chemielabor“ namens „Sample Analysis at Mars“, wird 2011 in das Gefährt eingebaut
Grafik zeigt, wie der Methangehalt in der Atmosphäre des Mars über ein Jahr ansteigt und wieder abfält.
Ergebnis der Mission von Curiosity: Der Methangehalt der Atmosphäre steigt und fällt schnell über ein Marsjahr, das knapp zwei Erdjahre dauert.
Eine Satelliten-Aufnahme des Galekraters auf dem Mars, in dem Curiosity arbeitet: ein runder Krater mit einem hohen Berg in der Mitte.
Galekrater auf dem Mars, in dem der NASA-Rover Curiosity im August 2012 landete. Eingezeichnet sind mögliche Landeellipsen für den Rover.
Schaubild, das zeigt, wie Methan auf dem Mars entstehen und wieder verschwinden kann: Es wird von Mikroben oder aus dem Gestein freigesetzt, in Methan-Klathraten gespeichert, von dort in die Atmosphäre freigesetzt, wo es aggressive Salze im Marsboden schnell wieder zersetzen.
Wie kann Methan auf dem Mars entstehen und sehr schnell wieder verschwinden: Weitgehend unbewiesene Thesen der Forscher um die Mission von Curiosity.

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Karl Urban

Karl Urban ist Wissenschaftsjournalist, Podcaster und Buchautor mit einem Hang zu extraterrestrischen Themen. Er arbeitet für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk nova, SWR, WDR, Spektrum.de, Tagesspiegel, Neue Zürcher Zeitung oder Süddeutsche Zeitung. Er bloggt und podcastet seit vielen Jahren und ist Autor eines Jugendsachbuchs (Was ist Was: Unsere Erde).


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