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Zehntausende Zugvögel sterben in Griechenland

15.04.2020
4 Minuten
Der blaue Himmel ist gefüllt von unzähligen ziehenden Schwalben.

Roula Trigou von der Griechischen Ornithologischen Gesellschaft verbringt die Osterfeiertage damit, Fragen von Journalisten und besorgten Vogelfreunden aus aller Welt zu beantworten. „Verantwortlich waren extrem ungünstige Wetterbedingungen“, sagt sie. Als die Vögel das griechische Festland erreichten, hatten sie bereits eine anstrengende Reise hinter sich. In breiter Front überqueren Mauersegler, aber auch Singvögel wie Schwalben, Fliegenschnäpper oder Grasmücken auf dem Weg in die Brutgebiete zuerst die Sahara und dann das Mittelmeer. Nach diesen Etappen müssen viele von ihnen rasten, um die verbrauchten Nahrungsreserven wieder aufzufüllen. Vor allem Schwalben legen vor dem Zug kaum Gewicht zu, und brauchen deshalb regelmäßig Energiezufuhr in Form von Insekten. Sonst droht der Hungertod. „Doch es gab keine Insekten“, erzählt Trigou. „Der Winter war zurückgekehrt.“ Besonders schlimm war die Nacht vom 5. auf den 6. April: Regen, stürmische Winde und Temperaturen um den Gefrierpunkt machten den Tieren zu schaffen. Erschöpft und bewegungsunfähig landeten die Vögel dort, wo sie gerade waren: auf Straßen und Hausdächern, auf Wäscheleinen und Balkonen. Mauersegler klammerten sich an Wände und Abflussrohre. Tausende Vögel starben an Erschöpfung – wieviele es genau waren, kann niemand sagen.

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Eine Mehlschwalbe sitzt auf der Straße.
Aus dem gesamten östlichen Griechenland schicken Anwohner Fotos von gestrandeten Vögeln an die Ornithologische Gesellschaft. Hier sitzt eine Mehlschwalbe erschöpft auf der Straße.
Zahlreiche Schwalben sitzen auf einem Balkon: Dicht an dicht drängen sich die Vögel auf einer Wäscheleine und dem Fenstersims.
Vor allem Schwalben und andere Insektenfresser suchen Schutz vor Wind, Regen und Kälte: zum Beispiel auf einem Balkon der Insel Salamis direkt vor der Küste von Athen.
Eine Küstenstraße, auf der einige Vögel sitzen, vor allem Schwalben. Einzelne Tiere wurden überfahren.
Auf einer Küstenstraße sitzen erschöpfte Schwalben und andere Zugvögel. Einige Tiere wurden überfahren, doch durch die Corona-Krise herrscht wenig Verkehr: ein Vorteil für die Vögel.
Auf einem Balkongeländer sitzen dicht gedrängt viele Schwalben. Man erkennt, dass es regnet.
Bei Regen und Wind finden die Schwalben keine Insekten. Mittlwerweile hat sich das Wetter gebessert, die überlebenden Vögel sind in ihre nördlichen Brutgebiete weitergezogen.

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Eine Rauchschwalbe bringt ihren Jungen eine Fliege.
Rauchschwalben füttern ihre Jungen ausschließlich mit Fluginsekten wie Mücken und Fliegen. Auch weil es immer weniger Insekten gibt, geht die Zahl der Schwalben zurück.
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Claudia Ruby

Claudia Ruby

Die Radio- und Fernsehjournalistin Claudia Ruby, Mitglied im Vorstand von „WPK – Die Wissenschaftsjournalisten“, hat ihre Biologie-Diplomarbeit über die „Diversität der Avifauna verschiedener Waldhabitate in Kolumbien“ geschrieben. Seit ihrem Volontariat beim WDR in Köln arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin für öffentlich-rechtliche Sender.


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