„Wir müssen auch die Grundwasser-Ökosysteme schützen“

Ein Interview mit dem Limnologen Christian Griebler.

9 Minuten
Mann mit Wanderrucksack im Gebirge schaut in die Ferne

Die Vereinten Nationen haben den Weltwassertag 2022, der am 22. März begangen wird, unter das Motto „Grundwasser – das Unsichtbare sichtbar machen“ („Groundwater – making the invisible visible“) gestellt. Das kommt dem Anliegen des Limnologen Christian Griebler von der Universität Wien sehr entgegen. Er forscht zu Grundwasserorganismen und ihrer Rolle für die Reinigung des Wassers.

Grundwasser ist unsichtbar, aber seine Auswirkungen sind überall sichtbar. Mit der Verschärfung des Klimawandels wird das Grundwasser immer wichtiger werden.

Zeichnung einer Landschaft mit einem Schnitt durch den Untergrund mit Steinen und Tierchen.
Die Zeichnung zum UN Weltwassertag 2022 zeigt das Leben im Grundwasser.

Sonja Bettel: Herr Griebler, warum sollten wir das Grundwasser sichtbar machen?

Christian Griebler: Die Landoberfläche ist zu 100 Prozent auch Grundwasseroberfläche, man muss nur tief genug hinunter gehen. In manchen Bereichen sind das ein bis zwei Meter, in manchen 20 Meter. Unter unseren Füßen haben wir flächendeckend Grundwasser. Dieses Grundwasser ist nicht nur die wichtigste Ressource für das Trinkwasser, sondern auch ein belebtes Ökosystem mit Mikroorganismen und vielen kleinen mehrzelligen Organismen wie Krebstierchen, Milben, Schnecken, Würmern und verschiedenem mehr.

kleiner Grundwasser Krebs stark vergrößert
Im Grundwasser leben Mikroorganismen, Krebse und andere kleine Tiere, die das Wasser reinigen. Im Bild: Niphargus bajuvaricus.
Asphaltstraße, aus der Ritze am Bürgersteig wächst eine Blume
Zunehmende Bodenversiegelung behindert die Versickerung von Niederschlägen und damit die Neubildung von Grundwasser.
Ackerboden mit Pflanzen.
Offener Boden ist wichtig für die Neubildung von Grundwasser.
Fluss mit großen Steinen am Rand
Die Verbindung zwischen Fluss und Grundwasser ist wichtig, aber durch zunehmende Versiegelung und den Klimawandel gefährdet.
Flussbett mit Schotter, Grundwasserpumpe und hellblauer Kübel
Christian Griebler hat das Grundwasser unter dem albanischen Fluss Shushica untersucht und zahlreiche Arten gefunden.

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