Mysteriöses Sanddorn-Sterben: Forschende wollen die „Zitrone der DDR“ retten

An der Ostsee-Küste gelten Sanddorn-Produkte als Kulturgut. Doch seit einigen Jahren sterben komplette Plantagen. Ein Forschungsprojekt soll nun die Ursachen klären.

5 Minuten
Eine Frau schreitet eine Sanddorn-Plantage ab.

Im Onlineshop ist die Sanddorn-Welt noch in Ordnung. Ob Saft, Marmelade, Likör, Tee, Bonbons oder Seife: Die Produkte, die sich aus den kleinen orangefarbenen Beeren herstellen lassen, scheinen grenzenlos.

Ein echtes Wunder der Natur“, heißt es auf der Website von Frank Spaethe. Der 53-jährige Bio-Bauer betreibt südlich von Schwerin in Ludwigslust eine Sanddorn-Plantage.

Bisher konnte er davon gut leben. Kaum ein Biergarten, kaum ein Café, das an der Ostsee nicht wenigstens eine Sanddorn-Schorle auf der Karte hat. Auch zum Küstenschutz lassen sich die Gewächse gut einsetzen.

Die Hälfte der Pflanzen tot

Doch so groß die Nachfrage auch ist, so groß ist der Rückgang des Angebots: „Bis vor zwei, drei Jahren hatte ich noch eine Anbaufläche von 120 Hektar“, sagt Frank Spaethe. Inzwischen sei fast die Hälfte der Pflanzen tot.

„Manche vertrocknen schon im Austrieb“, sagt Spaethe, „bei anderen sterben die Früchte ab.“ Ist der Klimawandel schuld? Eine unbekannte Krankheit? Sind es Schädlinge? Oder etwas komplett anderes? Spaethe weiß es nicht.

Klar ist nur, dass er mit seinem Problem nicht alleine dasteht.

Landwirt Frank Spaethe hält einen Sanddorn-Ast in der Hand
Frank Spaethe betreibt die größte Sanddorn-Plantage Deutschlands. Fast die Hälfte seiner Pflanzen sind abgestorben
Drei Männer mittleren Alters betrachten einen Sanddorn-Busch
Landwirte inspizieren das Versuchsfeld der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Güstrow-Prüzen
Ein Plastikschild mit der Nummer 35 steckt im Boden
Mit ihrem Versuchsfeld wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche Sanddorn-Sorten das heutige und künftige Klima am besten vertragen
Nahaufnahme einer Sanddorn-Frucht
Die Beeren lassen sich von Hand nicht ernten. Sie müssen erst schockgefrostet werden und können dann maschinell entfernt werden
Hans-Otto Facklam hält einen Sanddorn-Zweig in der Hand
Hans-Otto Facklam ist überzeugt, dass sich das Sanddorn-Sterben mit der richtigen Schnitt-Technik in den Griff bekommen lässt. Andere sind da skeptischer

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Steve Przybilla

Stühlingerstraße 24
79106 Freiburg

www: https://freischreiber.de/profiles/steve-przybilla

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Christiane Schulzki-Haddouti