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Wie die Klimakrise krank macht

Mehr Allergien, mehr Infektionskrankheiten, viele Hitzetote: Die Klimakrise wirkt sich längst auf die Gesundheit der Menschen aus

11.05.2021
16 Minuten
Thermometer in den Niederlanden mit 40 Grad Celcius, ein neuer Temperaturrekord für die Niederlande im Sommer 2019.

Mex M. zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Grund: Der Österreicher sieht seine Grundrechte auf Leben und Gesundheit nicht adäquat durch die Klimaschutzmaßnahmen seines Landes geschützt. Der 40jährige ist an einer temperaturabhängigen Form von Multipler Sklerose erkrankt: „Die Temperaturen da draußen haben echte Auswirkungen auf mich. Ab 25° C sitze ich im Rollstuhl.“ Damit ist er nicht alleine: Beim so genannten Uhthoff-Phänomen lässt bei MS-Betroffenen die Nervenleitfähigkeit nach, wenn es zu warm wird; sie können dann ihre Muskeln nicht mehr ausreichend bewegen.

Die Mittelwerte der Temperaturen steigen in Deutschland und Europa seit Jahren.

Die mittlere Lufttemperatur in Deutschland hat sich laut Deutscher Wetterdienst von 1881 bis 2020 um 1,6 Grad erhöht.
Die mittlere Lufttemperatur in Deutschland hat sich laut Deutscher Wetterdienst von 1881 bis 2020 um 1,6 Grad erhöht.

„In unseren Breitengraden wird Hitze ein großes Problem“, sagt Prof. Dr. Elke Hertig, Inhaberin der Professur Regionaler Klimawandel und Gesundheit an der Universität Augsburg. „Die Gefährdungen betreffen nicht nur, aber vor allem die ältere Bevölkerung. Auch Personen mit Vorerkrankungen sind besonders vulnerabel. Dabei geht es nicht nur allein um Todesfälle, sondern auch um die Verschlimmerung von Erkrankungen“, sagt Hertig.

Klimaforscher haben für den Fall dass weiter ungebremst Treibhausgase ausgestoßen werden, eine starke Zunahme von Hitzewellen projiziert: Diese Modelle sagen voraus, dass es in Norddeutschland bis Ende des Jahrhunderts jedes Jahr bis zu fünf Hitzewellen zusätzlich geben könnte im Vergleich zum Zeitraum zwischen 1971 und 2000, in Süddeutschland sogar bis zu 30 Hitzewellen.

Stressfaktor Hitze

Egal wie die juristische Auseinandersetzung weitergeht: Das Gesundheitssystem muss sich auf die Auswirkungen der Klimakrise einstellen.

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Das Bild zeigt ein Gewitter über Sydney in Australien. Hypothese zur Entstehung von Gewitterasthma: Aufwinde heben ganze Gräserpollen in feuchtigkeitsreiche Wolken. Elektromagnetischen Kräfte während des Gewitters bringen den Pollen zum Platzen. Die Abwinde und Ausströmungen sind allergenreich und belasten die Atemluft.
Hypothese zur Entstehung von Gewitterasthma: Aufwinde heben ganze Gräserpollen in feuchtigkeitsreiche Wolken. Elektromagnetischen Kräfte während des Gewitters bringen den Pollen zum Platzen. Die Abwinde und Ausströmungen sind allergenreich und belasten die Atemluft.
Das Bild zeigt gelb blühende Ambrosia. Der Pollenflug der eingeschleppten Ambrosia setzt im Hochsommer ein. Durch ihr hohes allergisches Potenzial kann Ambrosia Reizungen der Atemwege bis hin zu einem Asthma-Anfall auslösen. Bei der Berührung der haarigen Stiele kann es außerdem zu einer Kontaktallergie kommen. Viele Pflanzen finden sich häufig in der Nähe von Vogelhäuschen, da in Futter mit Sonnenblumenkernen oft Ambrosiensamen enthalten sind. Das kommt daher, dass Ambrosien oft auf Sonnenblumenfeldern als „Ackerunkraut“ vorkommen. Wer einen großen Ambrosia-Bestand entdeckt, sollte das der zuständigen Behörde melden, damit die Pflanzen fachgerecht entsorgt werden können.
Der Pollenflug der eingeschleppten Ambrosia setzt im Hochsommer ein. Durch ihr hohes allergisches Potenzial kann Ambrosia Reizungen der Atemwege bis hin zu einem Asthma-Anfall auslösen. Bei der Berührung der haarigen Stiele kann es außerdem zu einer Kontaktallergie kommen. Viele Pflanzen finden sich häufig in der Nähe von Vogelhäuschen, da in Futter mit Sonnenblumenkernen oft Ambrosiensamen enthalten sind. Das kommt daher, dass Ambrosien oft auf Sonnenblumenfeldern als „Ackerunkraut“ vorkommen. Wer einen großen Ambrosia-Bestand entdeckt, sollte das der zuständigen Behörde melden, damit die Pflanzen fachgerecht entsorgt werden können.
Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus. Auch in Teilen Deutschlands ist sie inzwischen zu finden. Die Mücke ist in tropischen Gebieten Überträger des Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber-Virus. Für Deutschland wird das Risiko bislang als äußerst eingeschätzt, denn die meisten Viren tropischer Krankheiten brauchen mehrere Wochen dauernde Phasen anhaltend hoher Lufttemperaturen, um sich in Stechmücken zu vermehren. Allerdings ist die Mücke auch so ein Plagegeist: Sie ist tagaktiv und ihre Stiche schmerzhaft.
Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus. Auch in Teilen Deutschlands ist sie inzwischen zu finden. Die Mücke ist in tropischen Gebieten Überträger des Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber-Virus. Für Deutschland wird das Risiko bislang als äußerst eingeschätzt, denn die meisten Viren tropischer Krankheiten brauchen mehrere Wochen dauernde Phasen anhaltend hoher Lufttemperaturen, um sich in Stechmücken zu vermehren. Allerdings ist die Mücke auch so ein Plagegeist: Sie ist tagaktiv und ihre Stiche schmerzhaft.
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Daniela Becker

Daniela Becker

Daniela Becker ist Umweltwissenschaftlerin und arbeitet seit 2010 als freie Journalistin zu den Themen erneuerbare Energien, Energie- und Verkehrswende, Klimaschutz und Clean-Tech.


Anthropozän

Wir Menschen verändern die Erde so tiefgreifend und langfristig, dass der Planet auf Dauer von uns geprägt sein wird. Wir hinterlassen Spuren in der Tiefsee und der Ozonschicht, im Erbgut von Arten und im Weltklima. Keine Generation vor uns hatte so viel Macht über den Planeten. Und so viel Verantwortung. Naturwissenschaftler sprechen deshalb von einer neuen geologischen Erdepoche, dem Anthropozän. In diesem Themenmagazin erkunden wir die Menschenzeit.

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