Ethnoökologie: Wie Kinder das Meer malen – und warum das auf eine nachhaltige Zukunft hoffen lässt

Kunst zwischen Klima und Kultur: Für ein Forschungsprojekt sollten Kinder aus Ozeanien das Meer, sich selbst und andere Menschen zeichnen. Es entstanden berührende Bilder, die zeigen, wie eng diese Altersgruppen dem Lebensraum und seinem Schutz verbunden sind.

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Eine Kinderzeichnung vom Meer mit einer kleinen Tropeninsel und zahlreichen Tieren, etwa einer Schildkröte und Fischen, sowie einem Taucher mit Harpune.

Die Menschheit hängt vom Meer ab, ein Lebensraum, der durch die Klimakrise, Umweltverschmutzung und Überfischung stark gefährdet ist. Wenn es um Entscheidungen zur nachhaltigen Nutzung und den Schutz mariner Ressourcen geht, bleibt eine unmittelbar und langfristig betroffene Gruppe allerdings oft außen vor: Kinder und Jugendliche. Wie sehen sie das Meer? Wissen sie von seiner Gefährdung? Ein internationales Forscherteam bat Kinder aus Ozeanien, der vielfältigen Inselwelt im Norden und Osten Australiens, sich künstlerisch mit diesen Fragen zu beschäftigen. Wie jetzt in einer aktuellen Publikation gezeigt, entstanden dabei eindrückliche Werke, die auf eine junge Generation hoffen lassen, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen wird.

„Mal das Meer und das, was du und andere darin machen!“ Dieser Bitte kamen knapp 300 Jungen und Mädchen bei Workshops an mehreren Standorten im Inselstaat Fidschi und der Inselgruppe Neukaledonien im Jahr 2019 nach. Eine scheinbar banale Übung, aber die Bilder und kurzen Interviews mit den Kindern lieferten dem Team mit Expertise in Ethnologie und vor allem Ethnoökologie sowie Geografie und Meeresbiologie tiefe Einblicke in das Denken und Wissen dieser Altersgruppe. Im Südpazifik leben die lokalen Gemeinschaften nicht nur am und mit dem Meer, sondern sind ihm auch kulturell eng verbunden. Die Kinder bekommen dies früh mit. Aber wieviel wissen sie tatsächlich über die komplexen Zusammenhänge in ihrem Lebensraum?

Eine Kinderzeichnung mit einem großen Schiff, von dem aus eine Figur explodierende Dynamitstangen ins Wasser wirft, wo schon tote Fische treiben.
„Dynamitfischen ist nicht gut“, heißt diese Zeichnung eines elfjährigen Jungen. Und verboten noch dazu, weswegen diese Praxis im Schutz der Nacht verfolgt werde, so der Künstler.
Eine Sammlung von Kinderzeichnungen mit Meeresmotiven, bei denen Tiere interagieren, sich jagen oder verstecken.
Wo auf einer Zeichnung Fische im Schwarm unterwegs sind, verstecken sie sich auf einem anderen Bild in ihrem angestammten Habitat – oder flüchten vor einem Hai. Viele Kinder wussten, wie Meerestiere und leben und interagieren.

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