Insekt des Jahres 2023: Das Landkärtchen zwischen Stickstoff-Überdosis und Trockenheit

Das Landkärtchen hat lange von der intensiven Landwirtschaft profitiert. Jetzt machen ihm die Verarmung der Landschaft und der Klimawandel zu schaffen

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Zwei Schmetterlinge auf einer Dolde. Ihre Flügel sind dunkelbraun mit einer hellen Linie und schmalen orangenen Mustern.

Das Landkärtchen ist „Insekt des Jahres 2023“. Das Kuratorium wählte den bunten Schmetterling nicht in erster Linie wegen seiner Schönheit aus, sondern weil das Tier besondere Ansprüche an seinen Lebensraum stellt. Diese weisen auf mehrere Probleme hin, die wir Menschen verursacht haben: Überdüngung, Verarmung der Kulturlandschaft, Klimawandel und damit letztlich Verlust der Biodiversität.

Landkärtchen (Araschnia levana) schlüpfen in zwei Generationen pro Jahr; die erste kämpft sich im April aus ihren Kokons. Und wenn die Falter mit zusammengeklappten Flügeln auf einer Blüte hocken, erkennt man leicht, wie sie zu ihrem Namen kommen: Die Unterseite ihrer Flügel, dunkelbraun mit gelblich-weißen Linien und Adern, erinnert an eine Landkarte. Die Oberseite der Frühlings-Landkärtchen leuchtet orange mit schwarzen Tupfen und ist mit einem schmalen weiß-schwarzen Band gesäumt.

Ein Schmetterling mit zusammengelegten Flügeln auf einem Blatt. Die Flügelunterseite ist braunschwarz mit hellen Linien und Adern.
Die Unterseite der Flügel hat dem Schmetterling seinen Namen gegeben: Die weißen Linien und Adern sehen aus wie Striche auf einer Landkarte.
Ein Blatt, an dem fünf Reihen hängen, die jeweils aus etwa einem Dutzend hellgrüne Tönnchen bestehen.
In solchen Türmchen – genannt Ei-Schnüre – hängt das Landkärtchen seine Eier an die Unterseite von Brennnesselblättern.
Ein Schmetterling mit orangenen Flügeln mit schwarzen Mustern.
Landkärtchen, die im Frühling schlüpfen, haben orangefarbene Flügel.

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Joachim Budde


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