1. RiffReporter /
  2. Umwelt /
  3. Flugunfähige Vogelarten waren mal deutlich verbreiteter

Von wegen große Ausnahme: Flugunfähige Vogelarten waren mal deutlich verbreiteter – bevor die Menschen kamen

von
16.12.2020
8 Minuten
Ein Grünfuß-Pfuhlhuhn mit roten Augen und gelbem Schnabel hält nach Nahrung auf dem Boden Ausschau.

Die Fähigkeit zu fliegen bietet große Vorteile: Vögel können schnell den Ort wechseln und weite Strecken zurücklegen, um Nahrung zu finden. Außerdem entkommen sie durch schnelles Abheben vielen ihrer am Boden lebenden Fressfeinde. Vögel, die nicht fliegen können, wirken auf uns wie eine evolutive Ausnahmeerscheinung, was sich im Grunde auch schon im Begriff „flugunfähig“ widerspiegelt.

Von mehr als 10.000 Vogelarten auf unserem Planeten gelten lediglich um die 60 als flugunfähig. Auf den ersten Blick scheint auch das für das Fliegen zu sprechen. Doch das ist die Folge einer verzerrten Wahrnehmung, argumentiert ein internationales Forschungsteam um Ferran Sayol vom University College London. In einer aktuellen Studie, die im Fachmagazin Science Advances erschienen ist, weisen die Wissenschaftler nach: Es liegt vor allem an uns Menschen, dass es nur so wenige flugunfähige Vertreter unter den Vögeln gibt. Heute sind es um die 60 entsprechende Arten. Doch noch vor rund 125.000 Jahren lebten auf der Erde vier Mal so viele.

Sieben halbwüchsige Straußenjunge stehen in einer Gruppe zusammen, im Hintergrund ein Elternvogel.
Eine Straußenfamilie in der Kalahari-Wüste in Südafrika: Die Mutter behält den Überblick und wacht über den Nachwuchs.
Eine Gruppe von Königspinguinen mit schwarz-weißem Federkleid und schwarz-orangenen Schnäbeln watschelt auf dem Sand.
Königspinguine kommen an den Strand von Südgeorgien, eine Insel im Südatlantik. Die Vögel können bis knapp einen Meter groß werden und bis zu 300 Meter tief tauchen.

Kostenfreier Newsletter: Die Flugbegleiter

Tragen Sie sich hier ein – dann bekommen Sie jeden Mittwoch die neuen Beiträge über Natur und Vogelwelt von den Flugbegleiter-Journalisten zugeschickt.

Zeichnung eines Dodos mit einem großen Schnabel, kleinen Flügeln und kräftigen gelben Krallen.
Diese Zeichnung eines Dodos fertigte der irische Maler Charles Collins im 18. Jahrhundert an, vermutlich inspiriert vom flämischen Maler Roelant Savery. Das Bild ist heute in der McGill University Library in Montreal ausgestellt.
Fünf schwarz-weiße Eselspinguine mit schwarz-rotem Schnabel stehen auf Schnee.
Diese Eselspinguine auf der Antarktischen Halbinsel könnten bald eine eigene Art sein. Forschende schlagen als Artnamen Westantarktischer Eselspinguin vor.
Kaufen Sie diesen Artikel.
Anne Preger

Anne Preger

Anne Preger ist freie Wissenschaftsjournalistin. Sie berichtet vor allem bei Deutschlandfunk Nova und WDR 5 über Wissenschafts- und Umweltthemen. Außerdem erzählt sie längere Audiogeschichten, unter anderem bei StoryQuarks und im WDR ZeitZeichen. Sie hat Geoökologie studiert und beim WDR volontiert.


Die Flugbegleiter

Sie wollen guten Journalismus zu Ornithologie, Artenvielfalt, Naturschutz, Umweltpolitik? Herzlich willkommen bei den „Flugbegleitern“. Wir sind neun Journalistïnnen, die sich auskennen und für Sie recherchieren. Die UN-Dekade für Biologische Vielfalt hat uns dafür ausgezeichnet. Unsere Beiträge gibt es jeden Mittwoch im Einzelkauf, im Flugbegleiter-Abo und als Teil der RiffReporter-Flatrate. Und wir haben ein tolles Buch für Sie!

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Anne Preger

Hörweiten
Gebäude P-A-67
Leopoldstr. 2-8
32051 Herford

E-Mail: anne.preger@flugbegleiter.org

www: https://hoerweiten.de

Tel: +49 1512 1955580

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Johanna Romberg
Fotografie: Anne Preger