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Mein Ausblick auf 2021

Ich habe für 2021 meine Journalismus-der-Dinge Bucketlist gepackt

24.01.2021
3 Minuten
Eine Glühbirne auf gelbem Grund und der Jahreszahl 2021

Im Jahr 2020 haben wir in Workshops mit Kolleg:innen fast 100 Prototypen erfunden. Ich glaube, wir sollten auch unsere Leser:innen dazu befähigen, Technologie zu nutzen. Ich bin überzeugt, dass KIs immer besser darin werden, mit uns im Lockdown zu prokrastinieren — und damit die klassischen journalistischen Angebote herausfordern. Genug der Vorrede, wir haben ja nicht ewig Zeit.

Hier ist die Journalismus-der-Dinge-Bucket-List. Auf ihr stehen 21 Dinge, die Sie 2021 tun sollten, damit Sie für den Journalismus der Dinge gerüstet sind:

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21 Dinge, die Sie 2021 tun sollten

1. Tragen Sie in Ihren Kalender “Zeit für Innovation” ein. 15 Minuten sind ein guter Anfang. Stellen Sie auf wöchentliche Wiederholung.

2. Lernen Sie einen Befehl in einer Programmiersprache. Und dann noch einen. Starten Sie mit Python, Ruby, Javascript. Zum Beispiel in der codeacademy.com. Oder, wenn Sie Dinge bauen wollen mit flow.m5stack. Das war meiner: m5mqtt.subscribe . Damit abonniert ein smartes Ding einen Nachrichtenfeed.

3. Legen Sie sich einen vernetzen Mikrocontroller zu, damit Sie am Internet der Dinge teilnehmen können. Die Älteren unter Ihnen werden sich an die Zweifel erinnern, die Ihnen bei einem Mobiltelefon kamen. Oder einem PC. Diese Dinger verändern den Journalismus gerade.

4. Bauen Sie Dinge mit diesem Mikrocontroller. Zum Beispiel gegen Corona: Automatisieren Sie Ihren Seifenspender mit einem Bewegungssensor. Und wenn Sie Lust haben, lassen Sie ihn Musik spielen, damit Sie die richtige Länge des Händewaschens abpassen. Mit der selben Technologie, können Sie einen Social Distance-Reminder bauen.

5. Bauen Sie gleich noch eine CO2-Ampel für den Newsroom. Sie hilft Ihnen beim richtigen Lüften in Corona Zeiten. Sie brauchen zwei Stunden und 40 Euro. Guido Burger, Dr. Richard Fix und Klaus-Uwe Gollmer zeigen Ihnen wie es geht.

6. Veranstalten Sie eine Leser:innenwerkstatt zum Sensorenbau.

7. Bauen Sie einen GPS-Tracker. Malen Sie damit ein Geodaten-Bild. Das geht auch im Lockdown. Laufen Sie langsam einen herzförmigen Weg durch die Stadt. Veröffentlichen Sie den Screenshot der Karte.

8. Bauen Sie einen Empfänger, der emotional auf die Welt reagiert. Auf die Corona-Pandemie. Auf die Weltpolitik. Auf den Klimawandel. Zum Beispiel einen Eisbären, der bei jedem Flugzeugstart weint. Wie das geht? Die Anleitung für einen EisBER hat der großartige Moritz Metz entwickelt.

9. Machen Sie aus den Daten einen Service für die Leser Ihres Twitter-Accounts.

10. Benutzen Sie das Postamt im Internet der Dinge, den Dienst ifttt.com. Stellen Sie sich eigene Reminder für Nachrichtenquellen zusammen. Das kann ein neuer Artikel über Christian Drosten in der new York Times sein, der nächste Text in der Instyle über smarte Kleidungsstücke oder ein neuer Tweet aus dem Innovationslabor für neuen Journalismus @tactilenews.

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11. Koppeln Sie ein Smart Home Gerät mit dem Service der New York Times. Sie können zum Beispiel das Licht dimmen, wenn ein neuer Longread in Wissenschaft erscheint.

12. Überlegen Sie, welche Geschichte Ihr smarter Kühlschrank über Sie erzählen könnte. Oder Ihr Wasserkocher. Oder Ihre Dusche.

13. Gehen Sie auf Expedition! Mieten Sie ein Tretboot und fischen Sie nach Mikroplastik. Wie das Fanggerät gebaut wird, steht bei Public Lab.

14. Begeben Sie sich in wirklich abgelegene Gebiete. Und ich meine nicht die örtliche Fußgängerzone im Lockdown. Ich zähle dort ein paar Pinguine. Penguin Watch hilft der Forschung, das Leben der Pinguine zu verstehen. Und denken Sie darüber nach, was Ihre Leser*innen für Sie in einem community-driven Projekt zählen könnten.

15. Gründen Sie eine Community aus Nichtleser:innen. Wenn Sie eine Software brauchen, fragen Sie uns.

16. Pivot to the People. Hören Sie zu, was die Menschen wirklich interessiert. Schreiben Sie darüber.

17. Bauen Sie eine eigene Sprachanwendung, die nur das erzählt, was die Menschen wissen wollen.

18. Es gibt 2021 wichtigeres, als Texte. Lassen Sie einen Text, mit dem Sie nicht fertig werden, von einer KI zu Ende schreiben. Adam King hat dafür InferKit erfunden.

19. Machen Sie abstrakte Dinge begreifbar. Und wenn Sie dafür einen Coronavirus häkeln müssen. Eine Anleitung gibt es bei Crochet Toys. Aber seien Sie gewarnt, sage ich aus eigener Erfahrung: Unsere Mitarbeiterin brauchte mehrere Stunden zum Zusammennähen.

20. Beschriften Sie eine Oberfläche mit gutem Journalismus. Das kann ein Arm sein, ein Laternenmast oder eine Wand. Sie können dazu einen Wandschreib-Roboter wie scribit.design benutzen, einen Handschriftenroboter wie den Axidraw, eine Spraydose mit Sprühkreide oder einen digitalen Stempel.

21. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit und erfinden etwas, auf das Sie stolz sind. Wir helfen Ihnen dabei.

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tactile.news

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tactile.news ist ein journalistisches Innvoationslabor mit Sitz in Lüneburg. Als Partner für Redaktionen bietet das Lab Workshops, Design Sprints und Formatentwicklungen an. Im Team mit Entwickler*innen, Maker*innen, Designer*innen und Social-Media-Expert*innen entsteht Treibstoff für überraschenden, einzigartigen Journalismus – ausgezeichnet etwa mit dem Deutschen Reporterpreis oder nominiert für den Grimme Online Award.

Für tactile.news schreiben aktuell Carla Moritz, Lisa Göllert, David Bartels, Astrid Csuraji, Jakob Vicari und Bertram Weiß.


Jakob Vicaris Journalismus der Dinge

Wir leben in einer Welt der vernetzten Dinge. Was heißt das für den Journalismus? In meiner Riff-Reporter-Koralle mache ich mich auf die Suche nach neuen Geschichten, Strategien und Prototypen für den Journalismus von Morgen. Als erster Aussichtspunkt in diese Zukunft hat sich hier die Koralle für den “Journalismus der Dinge” (Journalism of things, JoT) festgesetzt. Schön, dass Sie da sind!

In dieser Koralle werde ich Reporterinnen, Leserinnen und Redaktionen das Basiswissen für den Journalismus der Dinge liefern. Vom kostengünstigen Projekt für die Lokalredaktion bis zum Großprojekt fürs Fernsehen: Wie können vernetzte Gegenstände den Journalismus bereichern? Wie sehen Formate, Dramaturgien und Stories von und mit Gegenständen aus? Wie kann Journalismus für das Nachrichtenmobiliar von Morgen funktionieren? Hier ist jede Woche ein neuer Beitrag aus der Welt der vernetzten Dinge geplant.


Kontakt: / @jot_labsKostenlose Leseprobe / Journalismus der Dinge jetzt abonnieren / Newsletter Sensorenpost / Probleme beim Bezahlen?

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Lektorat: tactile.news, Astrid Csuraji
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