Ungewöhnliches Crowdfundig: Wie Twitter-User Brunnen in Nigeria finanzieren

Mohammed Mustapha baut mehr als 100 Brunnen pro Jahr im Norden Nigerias, einer Region, in der nur ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Finanziert werden die Brunnen über eine Crowdfunding-Kampagne auf Twitter. Doch die Herausforderungen für den Brunnenbauer sind groß

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Ein Mann steht in einem Brunnen, den er im Bundesstaat Taraba im Norden Nigerias gräbt. Er arbeitet für die Initiative #BuildAWell, die über 500 Brunnen in einkommensschwachen Gemeinden gebaut hat.

Mohammed Mustapha wuchs in Zaria auf, einer nordnigerianischen Großstadt, die vor allem als Zentrum des Karawanenhandels mit Gold, Salz und Baumwolle durch die Sahara bekannt ist. Der Kampf um Wasser an den Brunnen und Wasserhähnen in der Nachbarschaft, und die Kunst, Wassereimer auf dem Kopf zu balancieren, ihm daher nicht fremd.

“Als Kinder hatten wir es einmal eilig, Wasser zum Baden zu holen, bevor wir in die Schule gingen, und ich fiel in eine Rinne. Ich sehe noch die Gesichter meiner Geschwister vor mir, die mich auslachten, weil ich so schmutzig wurde”, erinnert er sich.

Fast drei Jahrzehnte später, durch eine Stiftung und den Hashtag #BuildAWell ist der ausgebildete Ingenieur heute für den Bau von Hunderten von Brunnen in 16 der 19 nördlichen Bundesstaaten Nigerias zuständig. Wasserknappheit hat dort schwerwiegende Auswirkungen auf die Bildung und die Lebensqualität, sagt er.

Wasserknappheit ist in vielen afrikanischen Ländern ein ernstzunehmendes Problem: Zwei von drei Menschen im Afrika südlich der Sahara müssen ihr Haus verlassen, um Wasser zu finden.

Drei Bilder zeigen, wie Brunnen im Norden Nigerias gegraben werden. Ein Brunnen braucht fünf Tage, ein Bohrloch zehn Tage.
Menschen in ländlichen Gebieten wünschen sich oft Brunnen, weil sie länger halten und einfacher zu warten sind.
Mohammed Mustapha, ein ausgebildeter Ingenieur, fotografiert im Bundesstaat Kaduna, Nordnigeria
Zum Abschluss des Brunnenbaus pflanzt Mohammed Mustapha einen Baum, um die Auswirkungen des Klimawandels in den halbtrockenen nördlichen Bundesstaaten Nigerias zu verringern.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Ruona Meyer

E-Mail: meyerruona@gmail.com

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Sarah Mersch

Faktencheck: Sarah Mersch

Fotografie: Mohammed Mustapha

Übersetzung: Michael Meyer