Mehr Rechte für Frauen, außer beim Erbrecht?

Marokkos König will Frauen mehr Rechte einräumen, aber er stößt auch auf Widerstand

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Eine junge, städtisch gekleidete und eine alte Frau in traditioneller Tracht heben auf einer Demonstration gemeinsam die Hand.

Die Thronrede hat dieses Jahr in Marokko Aufregung verursacht. Am 30. Juli, dem 23. Jahrestag seiner Amtseinführung, hatte König Mohamed VI eine umfassende Reform des Familienrechts angekündigt. Fast zwanzig Jahre nach der letzten großen Überarbeitung der sogenannten Moudawana soll diese grundlegend reformiert werden. Und was der Monarch ankündigt, wird im Königreich umgesetzt. Es ginge nicht darum, „den Frauen aus Gnade Privilegien einzuräumen, sondern ihnen den Zugang zu Rechten zu gewährleisten, die ihnen zustehen“, sagte er. Schließlich leisteten sie auch wirtschaftlich viel für das Land.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die einst starke, doch zuletzt im Wählerwillen eingebrochene gemäßigt-islamistische PJD (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) warnte vor dem „Import von Problemen, Angelegenheiten und Modellen“ und betonte gleichzeitig die wichtige Rolle der Familie zur „Bewahrung der marokkanischen Identität“. Ein mehr oder weniger verklausulierter Hinweis darauf, dass ihnen die Reformen, die nun kommen sollen, zu weit gehen könnten.

Reformen im religiös erlaubten Rahmen

Wie genau die Familiengesetzgebung geändert werden soll, steht dabei noch gar nicht fest. Lediglich, wo mögliche Grenzen sind.

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