Wie sich die US-Regierung endlich der Misshandlung tausender indigener Kinder in Internaten stellt

Ein Bericht des US-Innenministeriums soll Wahrheit, Wiedergutmachung und Heilung bringen

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Eine Gruppe von etwa 50 Kindern posiert bei der Ankunft im Internat in Carlisle Pennsylvania in fünf Reihen sitzend auf den Treppen des Gebäudes. Die meisten haben langes dunkles Haar, manche tragen Decken über ihrer Kleidung. Sie schauen direkt in die Kamera

Innenministerin Deb Haaland hat Tränen in den Augen, als sie in Washington DC den Bericht ihres Ministeriums über Internate in den USA vorlegt, in die Kinder aus indigenen Stämmen über 150 Jahre lang zwangsverwiesen wurden. Mehr als 400 dieser Internate gab es zwischen 1819 und 1969. Sie wurden von der US-Regierung oder von religiösen Einrichtungen mit Unterstützung aus Washington betrieben. Das Internatsprogramm hatte zwei politische Ziele, sagt Haaland: die Zwangsassimilation der indigenen Bevölkerung und die Vertreibung der Stämme von ihrem Land.

Kinder ab dem Alter von vier Jahren wurden in die Schulen zwangsverschickt. Sie durften dort ihre Sprache nicht mehr sprechen, ihre Kleidung nicht mehr tragen, ihre Lieder nicht mehr singen, ihre Bücher nicht mehr lesen und ihre Gebete nicht mehr sprechen. Bei der Ankunft wurden ihnen die Haare geschnitten, sie bekamen einen neuen Namen und eine Uniform. Sie wurden zu militärischen Drillübungen, Religionsunterricht, Haushaltsarbeit und Erntehilfe gezwungen. Hunderte starben in den Internaten an Tuberkulose, Cholera, Grippe, Unterernährung und Kummer. In vielen Fällen wurden ihre Familien nicht über den Tod der Kinder informiert.

US-Innenministerin Deb Haaland steht in traditionellem pinkfarbenem Kleid am Podium., an dem Mikrofone angebracht sind. Im Hintergrund an der Wand ein indigener Wandschmuck. Stammesältere hören im Vordergund zu.
Zum ersten Mal stellt sich die US-Regierung den Gräueltaten, die in ihrem Namen in Internaten für indigene Kinder verübt wurden. Deb Haaland kämpft bei der Vorstellung mit Tränen
Eine Fluss, der sich um eine grüne Insel geteilt hatte, fließt unter einer Brücke wieder zusammen. Am American River wurde Gold gefunden, umgeben von Hügeln und dunklen Wäldern, die an den Schwarzwald erinnern
In einer Region, die dem Schwarzwald gleicht, wurden am American River im Januar 1848 erbsengroße Goldklumpen gefunden – der Beginn des kalifornischen Goldrauschs
US-Innenministerin Deb Haaland in traditionellem pinkfarbenen Kleid und ein Stammesälterer halten ihre Hände. Haaland steht udn hat sich zum sitzenden mann in weißem Hemd gebeugt, während andere Stammesältere zuschauen.
US-Innenministerin Deb Haaland begrüßt Stammesältere bei der Vorstellung ihres Berichts zum Missbrauch von Kindern in Internaten
Hunderte Kinder posieren in uniformer Kleidung vor einem zweistöckigen weißen Haus im Plantagen-Stil. Mädchen in hochgeschlosenen Kleidern sitzen im Vordergrund. Dahinter aufgereiht sind Jungs
Die Carlisle Indian School war das grüßte Internat für indigene Kinder in den USA. Tausende wurden hier von ihrer Kultur und Gemeinschaft getrennt.

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Kerstin Zilm

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