Eine Insel in Honduras hat genug von Müll und Mikroplastik

Die UNO plant ein Abkommen gegen Plastikmüll. Umweltschützer auf der Karibikinsel Roatán kämpfen seit Jahren gegen desinteressierte Regierungen und skrupellose Firmen.

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Die Einwohner auf der Insel Roatán hatten irgendwann genug von den Müllbergen an ihren Stränden. Sie nahmen ihr Schicksal in die eigene Hand.

Nikita Johnson steht vor einem Berg von Müll am Strand von Pensacola und seufzt: Kaputte Badeschlappen, Plastiktüten, Milchkartons, Scherben von Rumflaschen und Textilfetzen bilden ein buntes Mosaik. Der Müllteppich bedeckt komplett den schmalen Sandstrand auf der honduranischen Karibikinsel Roatán. “Wir haben erst letztes Wochenende zusammen mit den Kindern aus dem Ort alles sauber gemacht”, sagt Johnson. Es ist eine Sisyphusarbeit. Gegen die Meeresströmungen ist kein Ankommen, weiß die junge Frau von der Umweltorganisation Bica (Bay Islands Conservation Association).

Aber es ist nicht nur der sichtbare Müll, der ihr zu schaffen macht, sondern auch das Mikroplastik: winzige Partikel, kleiner als fünf Millimeter Durchmesser, und das noch kleinere Nanoplastik. Immer häufiger sind die Partikel zu sehen bei Tauch- und Schnorcheltouren am mesoamerikanischen Korallenriff. Das zweitgrößte Riff der Erde – nach dem in Australien – zieht sich von Mexiko bis nach Kolumbien und ist eine wichtige Tourismusattraktion für mehrere Anrainerstaaten von Mexiko bis Honduras.

Nikita Johnson von der Umweltorganisation Bica am vermüllten Strand von Pensacola im Gespräch mit einem Anwohner.
Das Team der Umweltschutzorganisation Bica entnimmt Wasserproben an den Stränden vor Roatán und untersucht sie auch auf Mikroplastik.
Am Strand von Pensacola auf Roatán/Honduras wird regelmässig Müll angeschwemmt
Nikita Johnson von der Umweltorganisationi Bica auf Roatán/Honduras checkt den Anschluss für eine Trinkwasserleitung.
Nikita Johnson von der Umweltorganisation Bica auf Roatán/Honduras bei der Besichtigung der Kläranlage.

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