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Aufforstung in Afrika:

Wird die „Große Grüne Mauer“ zum Bollwerk gegen die Klimakrise?

16.10.2021
10 Minuten
Ein Bauer im langen, gelben Gewand das im Wind flattert. Er bearbeitet sein Feld mit einer Hacke und hat dabei etwas Staub aufgewühlt. Auf dem Feld stehen verstreut einige Bäume und Büsche.

Quer durch die afrikanische Sahelzone soll eine „Große Grüne Mauer“ entstehen, fast 8000 Kilometer lang und 15 Kilometer breit: vom Senegal ganz im Westen bis nach Dschibuti im Osten. Das Megaprojekt soll 2030 abgeschlossen sein und helfen, Land fruchtbar zu machen sowie den Klimawandel zu bremsen, ist aber wegen hoher Kosten und langsamer Erfolge umstritten. Initiator der fast utopisch anmutenden Initiative ist die Afrikanische Union. Der Ökologe Paul Elvis Tangem koordiniert das Projekt der „Großen Grünen Mauer“ für die Kommission der Afrikanische Union.

Heute ist Aufforstung zum großen Thema geworden, alle denken dabei an den Kampf gegen den Klimawandel. Das Projekt der „Großen Grünen Mauer“ durch Afrika ist schon 15 Jahre alt. Welches Ziel stand am Anfang?

Paul Elvis Tangem: Wir wollen damit sicherstellen, dass die Menschen, die in den Trockengebieten Afrikas leben, dauerhaft in ihrer natürlichen Umgebung bleiben und sich dort entwickeln können. Diese Trockengebiete machen 55 bis 60 % des Kontinents aus. Bei der „Großen Grünen Mauer“ geht es also darum, die nachhaltige Bewirtschaftung von Land in der Sahelzone zu fördern und die Nachhaltigkeit in dieser Region zu verbessern.

Heutzutage strebt man ja in allen Projekten Nachhaltigkeit an. Was ist das Besondere am Projekt der „Grünen Mauer“?

Ursprünglich war die Idee, einen Baumgürtel von der senegalesischen Hauptstadt Dakar ganz im Westen des Kontinents bis nach Dschibuti ganz im Osten zu pflanzen. Dieser Baumgürtel war zugleich ein Bild für das, was das Programm erreichen sollte. Denn es ging von Anfang an um viel mehr als eine Reihe von Bäumen. Sondern um ein vielschichtiges Programm zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Wiederherstellung von Land. Dazu gehören die Förderung von Agroforstwirtschaft, klimaintelligenter Landwirtschaft oder die Beschleunigung der Energiewende durch Förderung beispielsweise von Solarenergie. Dadurch wollen wir den Bewohnerïnnen der Region alternative Energiequellen zur Verfügung stellen.

Zu sehen ist, wie dünn die Erdschicht ist, an einigen Stellen scheint der nackte Boden durchzukommen.
Ein degradierter Boden in Niger, in der Region Tillabéry. An einigen Stellen ist die Erde hart wie Stein geworden.
Im Vergleich der Luftaufnahmen von 1975 und 2003 ist zu sehen, wie dunkle Bereiche – der Baumbestand – zugenommen haben.
Diese Bilder zeigen die Zunahme des Baumbestandes zwischen 1975 und 2003 in Niger, markiert ist der Ort Galma.

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Eine Giraffe geht an einem Gürtel recht dichten Baumbewuchses vorbei.
Eine Giraffe in Niger.
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Bettina Rühl

Bettina Rühl

Bettina Rühl lebt seit 2011 als freie Korrespondentin in Nairobi. Ihre Radio-Dokumentationen und Features wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz. Sie ist Vorsitzende des Korrespondentennetzwerkes weltreporter.net.


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