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Das Merkel-Lexikon: Von Rauchen über Raute und Rücktritt bis Russland

28.04.2019
35 Minuten
Ihr Markenzeichen ist die Raute: Angela Merkel

Das „Merkel-Lexikon" von Andreas Rinke

Ratingagenturen

Merkel hat ein ambivalentes Verhältnis zu Ratingagenturen. Einerseits haben sie und auch Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Finanzkrise mehrfach kritisiert, dass die amerikanischen Agenturen die Risiken der Euro-Staaten stark überzeichneten, weil sie das Prinzip Solidarität in der Währungsunion nicht ausreichend verstünden und beachteten. Schon 2011 hat sie aber auch deutlich gemacht, dass die Agenturen durchaus zu Recht auf Probleme Europas aufmerksam machten. „Die Ratingagenturen sind ja nicht an sich böse. Sie weisen schon auf Schwächen hin“, sagte.[1]

Letztlich waren die Agenturen in der Euro- und Schuldenkrise sogar die stärksten Verbündeten für den deutschen Kurs, Reformen und Haushaltsdisziplin in den anderen Euro-Staaten durchzusetzen. Denn eine negative Einschätzung der Ratingagenturen führte dazu, dass neue Staatskredite für die betroffenen Regierungen teurer wurden und diese deshalb umdachten (s. Spreads).

Merkel setzte sich früh dafür ein, dass auch die Europäer eine Ratingagentur auf die Beine stellen sollten. „Leider hat es hier in der Wirtschaft kein Interesse bis jetzt daran gegeben. Das ist ein Manko – die Chinesen haben jetzt eine Ratingagentur“, beklagte sie 2011. Die EU-Regierungen könnten aber keine Agentur gründen, weil es sonst so aussehe, als suche man eine positive Beurteilung.[2] Mit der Entspannung in der Eurokrise rückte die politische Bedeutung der Bewertung durch die Agenturen dann wieder in den Hintergrund.

  • [1] Merkel-Interview, ARD, 17. Juli 2011.
  • [2] Merkel-Interview, ARD, 17. Juli 2011.
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Andreas Rinke

Andreas Rinke

Andreas Rinke ist seit 2011 Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Der promovierte Historiker hat zuvor als Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und als Politikkorrespondent in Berlin beim Handelsblatt gearbeitet. Mit Christian Schwägerl hat er das Buch „11 drohende Kriege“ (2012, aktualisiert 2015) verfasst. Sein Buch „Das Merkel-Lexikon“ ist im Herbst 2016 beim Verlag zu Klampen erschienen. Bei RiffReporter entwickelt er das „Merkel-Lexikon“ zu einem ständig aktualisierten und erweiterten Projekt fort.


Merkel als Lexikon

Mein Name ist Andreas Rinke, ich bin Berliner Chefkorrespondent einer großen Nachrichtenagentur und berichte seit vielen Jahren über Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union.

Mein RiffReporter-Projekt „Das Merkel-Lexikon" bietet Ihnen eine einmalige, stets aktuelle Sammlung von Fakten, Wissen und Hintergründen über Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Lexikon ist aus „Süddeutscher Zeitung" und „Tagesthemen" bekannt.

Bereits seit 2005 regiert Merkel Deutschland. Die mächtigste Frau Europas hat dabei auch die EU maßgeblich geprägt. Doch nicht immer ist es einfach, die Kanzlerin zu verstehen. Als Journalist beobachte ich Angela Merkel seit ihrem Amtsantritt. Mein Beruf als „Kanzler-Korrespondent“ bringt es mit sich, dass ich Merkel in manchen Wochen täglich erlebe, bei Presseterminen, Reisen und Gesprächen. Ich berichte aus der Nähe, aber mit kritischer Distanz und ohne eigene „Agenda". Dabei versuche ich, die langen Linien in Merkels Politik ebenso herauszuarbeiten wie kurzfristige Neuigkeiten. Meine Arbeit eröffnet mir eine Vielzahl von Eindrücken – und den Blick auf das große Ganze.

Das „Merkel-Lexikon“ ist zuerst 2016 im Verlag zu Klampen als Buch erschienen. Bei RiffReporter steht Ihnen exklusiv ein aktuelles Online-Lexikon zur Verfügung. Meine „Merkelpedia" hat mehr als 350 Stichworten – und ständig kommen neue hinzu. Meine laufenden Recherchen und aktuelle Ereignisse arbeite ich fortlaufend ein. Mit einer Einmalzahlung von 12 Euro oder einem RiffReporter-Abo bekommen Sie dauerhaften Zugang zum gesamten Lexikon.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Andreas Rinke

Marienstraße 29
10117 Berlin

E-Mail: rinke@posteo.de

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