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Warum Corona-Impfstoffe nicht das Erbgut verändern

FAQ zur Corona-Pandemie

von
15.02.2021
2 Minuten
Langstruktur der DNA-Doppelhelix

Sorge um veränderte DNA ist unbegründet

Manche Menschen haben die Sorge, die Covid-19-Impfstoffe könnten das Erbgut in ihren Zellen beeinflussen oder sogar das Erbgut von Eizellen oder Spermien verändern. Sie befürchten, die genetische Manipulation könne Fehlentwicklungen und Krankheiten auslösen. Diese Sorge ist vollkommen unbegründet. Es gibt weder Hinweise dafür noch eine schlüssige Erklärung, wie Gene oder Genfragmente von Coronaviren aus Impfstoffen ins menschliche Erbgut gelangen sollten.

Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca

Die Substanz von AstraZeneca ist ein sogenannter Vektorimpfstoff. Dieser benutzt harmlose Viren als Transporter, um Teile des Erbguts des SARS-CoVirus-2 in menschliche Zellen zu schmuggeln. Dort werden nach diesem Code Proteine von der Oberfläche der Viren gebaut, die eine schützende Reaktion des Immunsystem auslösen, aber nicht die Krankheit selbst.

Das gleiche Verfahren kommt bereits bei erprobten Impfstoffen gegen andere Krankheiten zum Einsatz. In dieser Zeit wurde niemals nachgewiesen, dass dadurch DNA in menschlichen Zellen verändert wird. Bei Coronaviren ist das ohnehin nicht denkbar, da ihre Erbsubstanz aus Ribonukleinsäure (RNA) besteht. Das ist eine Art von Molekül, die mit der DNA zwar verwandt ist, aber nicht in diese eingebaut werden kann. Auch die harmlosen Transporter-Viren werden extra so gewählt und modifiziert, dass sie ihr Erbgut höchstwahrscheinlich nicht in das menschliche Erbgut einschleusen können.

Die mRNA-Impfstoffe von BionTech/Pfizer und Moderna

Die Impfstoffe von BionTech/Pfizer und Moderna verwenden sogenannte Boten-RNA (englisch messanger-RNA, mRNA), die in Fetttröpfchen eingepackt ist, damit sie in menschliche Zellen eindringen kann. Wie beim Vektorimpfstoff produzieren die menschlichen Zellen nun das Virus-Protein, und das Immunsystem lernt, eine echte Infektion früh zu bekämpfen.

Die mRNAs gehören nicht zum Erbgut von Viren oder Menschen. Sie sind Hilfsmittel für die Produktion von Proteinen. Sie werden in all unseren Zellen auch auf natürliche Weise permanent in unendlichen Mengen und Formen erzeugt. Sie transportieren die Konstruktionspläne der zahlreichen Proteine, die als Gene im Code unserer DNA gespeichert sind, zu jenen Orten, an denen die Zellen neue Proteine nach diesen Plänen zusammenbauen. Schon deshalb können auch mRNAs das Molekül DNA in einer Zelle nicht verändern. Täten sie dies, wäre unser Erbgut auch ohne Impfung völlig instabil. Zudem werden sie nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut und verlieren ihre Wirkung.

(Stand, 18.2.2021, Peter Spork)

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