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„Sorgfältig arbeiten und dann loslassen“ – Das Erfolgsrezept von Pianist Youn

Der Taktvoll-Fragebogen über die Rhythmen des Lebens. Heute mit dem Pianisten William Youn.

von
14.03.2020
12 Minuten
Der junge, in Seoul geborene Pianist William Youn steht auf eine Mauer gestützt an einem Fluss.

Die Presse lobt ihn als „exzellenten Techniker“, „echten Poeten“, „Klangmaler“, „einen der vielversprechendsten Pianisten der jüngeren Generation“, den „Tastenphilosophen“, der „das Menschliche hinter der Musik sucht“.

William Youn, der 1982 in Seoul geboren wurde und heute in München lebt, zählt „zu den führenden Mozart- und Chopin-Experten“. Lesen Sie im TAKTVOLL-Fragebogen, welche Rhythmen und Rituale William Youn wichtig sind und dann hören Sie ihm einfach nur noch zu. Der Mann spielt fantastisch!

1. Lerche oder Eule?

Unfreiwillige Lerche, neuerdings wache ich pünktlich um halb 7 auf.

2. Was gehört für Sie unbedingt zu einem guten Start in den Tag?

Guter Kaffee natürlich.

3. Pflegen Sie eine spirituelle Praxis?

Meine Übungsstunde.

4. Wie bereiten Sie sich auf ein besonderes Ereignis (ein Konzert) vor?

Fleißig und sorgfältig arbeiten, und dann loslassen.. .

5. Was bringt Sie aus dem Takt?

Verspätungen während der Reise – Warten macht mich ungeduldig.

6. Welche Jahreszeit mögen Sie besonders? Warum?

Herbst. Ich liebe die Farbe, das Gefühl des Ankommens.

7. Schreiben Sie Tagebuch?

Nein. Aber ich habe einen Übungsplan, damit ich den Überblick behalte.

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Der Pianist William Youn steht lachend, draußen vor einer Wand
Der Pianist William Youn gilt als Chopin- und Mozart-Experte.

8. Welche Rituale ihrer Kindheit praktizieren Sie heute noch, evtl. jetzt mit den eigenen Kindern?

./.

9. Tanzen Sie?

Ja, aber nur heimlich.

10. Sie kommen nach einem anstrengenden Tag nach Hause, welche Musik hören Sie?

Gerne Jazz, Bill Evans am liebsten.

11. Ein freier Tag liegt vor Ihnen, was machen Sie am liebsten?

Freunde treffen, kochen, spazieren.. .

12. Welche Rhythmen in der Natur begeistern Sie?

Das Auf und Ab der Wellen.

13. Wie sehen kleine Atempausen in Ihrem Alltag aus?

Auf meiner Terrasse sitzen und das Gemüsebeet anschauen.

14. Zeitung lesen: Papier oder digital?

Papier.

Der Pianist William Youn läuft im weißen Hemd und schwarzer Jacke am Ufer eines Flusses entlang.
William Youn mag den Herbst. Er liebt die Farbe und das Gefühl des Ankommens.

15. Urlaub: immer das gleiche Ziel oder jedes Mal Neues entdecken?

Neues entdecken!

16. Wie wichtig sind Ihnen gemeinsame Mahlzeiten mit dem Partner/Partnerin, der Familie?

Gemeinsame Mahlzeiten mit lieben Menschen sind ein großer Luxus, den ich sehr genieße.

17. Partnerschaft, Ihre Erfahrung: „Gegensätze ziehen sich an“ oder „Gleich und gleich gesellt sich gern?“

Eher Gegensätze ziehen sich an und finden Gemeinsamkeiten.

18. Lesen Sie vor dem Einschlafen? Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

„Der Klavierschüler“ von Lea Singer.

19. Gibt es eine Zahl, die eine besondere Bedeutung in Ihrem Leben hat?

Die 12, ich bin am 12.12. geboren.

20. Welche Rituale oder Rhythmen sind Ihnen unangenehm?

Sich verabschieden.

21. Was fällt Ihnen zum Begriff „taktvoll“ ein?

„Und weiter geht’s im Takt!“, sagt eine Freundin von mir, das finde ich immer sehr nett.

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Dr. Ulrike Gebhardt

Dr. Ulrike Gebhardt

Ulrike Gebhardt ist Biologin, freie Journalistin und Buchautorin. Sie arbeitet unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“ und „spektrum.de“. Anfang 2019 erschien ihr Buch „Gesundheit zwischen Fasten und Fülle“.


TAKTVOLL

"Der Wechsel ist eine notwendige Bedingung des Lebens überhaupt." (Henri Bergson, 1859-1941)

Ohne den Wechsel geht es nicht. Das Leben ist entstanden, eingebettet in die großen Wechsel dieser Erde und untrennbar mit ihnen verbunden: mit Tag und Nacht, Sommer und Winter, Ebbe und Flut. Leben ist Wechsel, Leben ist Rhythmus. Wo Rhythmen ignoriert werden oder aus dem Tritt geraten, ist das Leben in Gefahr. In diesem Riffreporter-Projekt geht es um die Rhythmen und Zyklen (in) der Natur, die kleinen und die großen, bei Pflanze, Tier und Mensch.

Alle Texte sind frei verfügbar. Wer das TAKTVOLL-Projekt unterstützen möchte, kann dies einmalig oder regelmäßig mit einem selbstgewählten Kostenbeitrag tun. Die Autorin liebt die journalistische Arbeit, aber sie lebt auch davon.


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