Brustkrebs-Früherkennung ab 70: ein Lehrstück über gute und über schlechte Wissenschaft

Frauen können künftig bis 75 Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen. Doch ein paar Fachleute schießen quer – mit fadenscheinigen Argumenten.

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Im Hintergrund ein Röntgengerät, im Vordergrund ein Monitor mit Röntgenbild einer weiblichen Brust

Seit Einführung der Röntgen-Reihenuntersuchung auf Brustkrebs, genannt Mammographie-Screening, diskutieren Expertinnen und Experten darüber, ab welchem Alter und bis zu welchem Alter das Screening angeboten werden soll. Konsens ist das Kernalter von 50 bis 69. So werden auch in Deutschland seit knapp 20 Jahren Frauen in diesem Alter in einem organisierten Programm alle zwei Jahre eingeladen, ihre Brust röntgen zu lassen. Nun ist es beschlossene Sache, dass sie ab Juli 2024 weitere fünf Jahre am Screening-Programm teilnehmen können. Obwohl etliche Gremien die Studienlage intensiv geprüft haben und die Ausweitung empfehlen, wettern Fachleute um den ehemaligen Max-Planck-Direktor Gerd Gigerenzer gegen den Beschluss. Ihrer Ansicht nach rettet das Mammographie-Screening kein Leben. Der Streit ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Wissenschaft funktioniert.

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Redaktion: Iris Hinneburg