Experten warnen: Gefährliche Vogelgrippe bei uns auf Vormarsch und ganzjährig aktiv

Bisher grassierten die hochansteckenden Vogelviren hauptsächlich in der kalten Jahreszeit. Doch Wissenschaftler sehen nun ganzjährig Gefahr. Angst vor neuer Pandemie beim Menschen

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Der Arzt steht in voller weißer Schutzmontur links im Bild, er hat einen Wattestab in der rechten Hand, den er zum Schlund eines Huhns führt, das er in grellem Licht n der linken Hand am Hals hält.

Wildvögel und Geflügelzuchten in Europa sind jetzt offenbar ganzjährig und nicht nur in der kalten Jahreszeit der Gefahr durch die Vogelgrippe ausgesetzt. Nach Einschätzung führender Experten hat sich das Vogelgrippevirus des Typs H5N1 in unseren Breiten wahrscheinlich fest etabliert oder ist auf dem besten Weg dazu.

Erstmals auch Mensch infiziert

Auch für den Menschen wächst damit das Risiko. Am Donnerstag bestätigten die britischen Gesundheitsbehörden erstmals die Ansteckung eines Menschen. Die Person habe in engem Kontakt zu einer Vielzahl infizierter Vögel gestanden, teilte die britische Gesundheitsbehörde UKHSA mit. Hinweise auf eine Weiterübertragung auf andere Menschen gebe es auch nach einer gründlichen Untersuchung aller Kontaktpersonen der betroffenen Person nicht. Sie sei wohlauf und habe sich selbst isoliert.

Derzeit sterben zehntausende Wildtiere in vielen Ländern an der Infektionskrankheit, die auch unter dem Namen Geflügelpest bekannt ist. Hunderttausende Käfigvögel aus der Geflügelindustrie mussten bereits getötet werden, um die Ausweitung der Tierseuche zu bremsen. Für seltenere Wildvögel könnte die Seuche zu einer weiteren Bedrohung für ganze Populationen werden.

Anja Globig steht im flachen Wasser
Anja Globig bei Arbeiten auf der Insel Riems, dem Standort des Friedrich-Loeffler-Instituts
Tote und sterbende Wasservögel in einem See in Israel.
Der Ausbruch der Vogelgrippe hat in Israel zu einem massenhaften Kranich-Sterben geführt.
Luftbild vom renaturierten Jordan mit Weißstörchen. Foto aus einem Segelflugzeug aufgenommen
Weißstörche ziehen über den renaturierten Jordan-Fluss im Hula-Tal
Blick in das Hula-Tal
Das Hula-Tal im Dreiländereck Israel-Syrien-Libanon. Im Hintergrund die Golan-Höhen.
Ein Kranich fliegt niedrig in Richtung des Betrachters über eine Wiese mit anderen Kranichen.
Einer von 100.000 Kranichen, die in Israel Zwischenstopp auf dem Zug machen.
Brandgänse suchen im Watt nach Nahrung
Brandgänse bei der Nahrungssuche. Das Wattenmeer ist für sie Nahrungsraum, Brutgebiet und wichtiges Mausergebiet.
Eine Gruppe Kraniche im flachen Wasser des Hula-Sees
In großer Zahl rasten Kraniche aus Nordeuropa im Hula-Tal
Kraniche am Fuße des Hermon-Gebirges im Hula-Tal
Kraniche am Fuße des Hermon-Gebirges im Hula-Tal

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