„Polnische Mauer“ entlang der Grenze zu Belarus gefährdet artenreichen Lebensraum von Luchsen und Wisenten

Polens Regierung lässt eine Mauer aus Stahl an der Grenze zu Belarus bauen, die wertvolle Naturgebiete gefährdet. Naturschützer fordern Hilfe von der EU.

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Eine Gruppe von drei Wisenten stehen im Schnee am Rande eines Waldes und blicken in Richtung des Fotografen

Uralte dunkle Wälder, ausgedehnte Wiesen, Moore und viel Ruhe: Die Grenzregion zwischen Polen und Belarus entlang der nordostpolnischen Woiwodschaften Podlachien und Lublin ist ein Naturparadies, das in Europa seinesgleichen sucht. Das Hinterland des Flüsschens Bug, das Biebrza-Tal und die zahlreichen Wälder auf beiden Seiten der Grenze gehören zu den bedeutendsten verbliebenen Naturräumen Europas.

Der Stamm einer sehr alten Eiche, mit Moos bedeckt.
Uralte Laubmischwälder prägen seit Jahrtausenden das Gesicht des Biebrza-Urwalds.
Ein Elch steht gut versteckt im dichten Unterholz
Auch für Elche ist der Bialowieza-Urwald überlebenswichtig
Eine Greenpeace-Aktivistin protestiert am Grenzfluss Bug gegen die Einzäunung. Mit einem Plakat „Natur kennt keine Grenzen“ steht sie vor Stacheldrahtrollen am Flussufer.
Eine Greenpeace-Aktivistin protestiert am Grenzfluss Bug gegen die Einzäunung.
Das Ufer des Bug mit endlosen Stacheldrahtreihen
Das Bug-Tal in Ostpolen ist Unesco-Biosphärenreservat. Bereits zahlreiche Tiere sind nach Berichten von Anwohnern in den Stacheldraht-Verhauen gestorben.
Ein Bauernhof mit Traktor im Hintergrund und geschmückter Heiligenfigur.
Das polnisch-belarussische Grenzgebiet ist geprägt von kleinen Bauernhöfen.Die Region ist tiefkatholisch und eine traditionelle Hochburg der rechtsnationalen Regierung. Umso bermerkenswerter ist, dass sich viele Anwohner den Protesten gegen die Grenzanlage angeschlossen haben.
Blick in ein Moor mit Birken und weiß blühendem Wollgras
Moore und Bruchwälder sind neben den uralten Eichenwäldern charakteristisch für das polnisch-belarussische Grenzgebiet.
Ein altes Holzfenster, im Inneren sind Holzfiguren von Vögeln – zwei Wiedehopfe und Kampfläufer – sichtbar.
Ein geschmücktes Fenster eines alten Hauses im polnisch-belorussischen Grenzgebiet

Diese Recherche wurde von der Hering-Stiftung Natur und Mensch gefördert.

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Thomas Krumenacker


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