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  3. Krieg und Frieden – der Kampf um den Schutz der Großtrappe

Eine Frage von Krieg und Frieden

Vogelschützer aus ganz Europa beraten über den Schutz der spektakulären Großtrappe

von
04.04.2018
12 Minuten
Eine Gruppe Großtrappen steht auf einem Acker im Trappengebiet Fiener Bruch in Sachsen-Anhalt

Wären sie doch nur Sibirische Kraniche. Dann wäre Wladimir Putin sicher persönlich herbeigeeilt, um ihnen zu helfen. Wie seinzerzeit 2012, als der russische Präsident in weißem Overall als Sibirischer Kranich verkleidet, Jungkranichen im Ultraleichtflugzeug den Weg aus der arktischen Kälte in das wärmere Überwinterungsquartier weisen wollte. Doch die russischen Großtrappen sind keine Sibirischen Kraniche und obwohl sie noch seltener sind, hilft Putin ihnen nicht. Im Gegenteil: „Putin ist schuld“, sagt ein internationaler Trappenschützer und meint das nur ein bisschen ironisch. Denn zu einer der größten Bedrohungen für die russischen Trappen ist der Krieg in der Ukraine nach der von Putin betriebenen Annexion der Krim-Halbinsel geworden. Ausgerechnet die Konfliktregion ist ein wichtiges Zentrum der Winterverbreitung der russischen Population des seltenen Großvogels. Und dort herrscht nun Krieg und Chaos.

Eitler Pfau trifft jungen Kranich. Wladimir Putin zeigt sich gerne naturverbunden. Der von ihm betriebene Konflikt in der Ukraine gefährdet die russichen Großtrappen.
Eine männliche Großtrappe aus der Nähe fotografiert
Männliche Großtrappen können bis zu 17 Kilogramm schwer werden – so viel wie ein Reh. Sie sind die schwersten flugfähigen Vögel der Erde.
Eine Steppenkragentrappe bei der Balz in der israelischen Steppe
Zur Trappenfamilie gehören insgesamt 26 verschiedene Arten, darunter die Steppenkragentrappe, die in den Wüsten des Nahen Ostens und Zentralasiens zuhause ist.
Eine balzende Steppenkragentrappe in einer israelischen Wüstenlandschaft
Zur Trappenfamilie gehören insgesamt 26 Arten. Darunter auch die Steppenkragentrappe, die in den Steppen und Halbwüsten des Nahen Ostens und Zentralasiens lebt.
Eine Gruppe Vogelexperten stehen vor einer Aussichtsplattform im Trappenschutzgebiet
Im Dialog: Während ihre Regierungen keine Lösung im militärischen Konflikt in der Südukraine finden, tauschen sich die Trappenexperten Alexander Antonchikov (Russland, rechts) und Yury Andryushchenko (Ukraine) während einer Konferenz-Exkursion ausführlich aus.
Etwa 30 Großtrappen fliegen über einem Feld, das links und rechts von Bäumen eingerahmt wird.
Ein Himmel voller Großtrappen: Belohnung für jahrzehntelange Schutzbemühungen
Eine Gruppe von Großtrappen steht auf einem nebelumwehten Feld.
Großtrappenhähne im Schutzgebiet Fiener Bruch. Hier lebt knapp ein Drittel der deutschen Großtrappen. Dank intensiver Schutzmaßnahmen steigt der Bestand der seltenen Vogelart in Deutschland wieder.
Ein Trupp männlicher Großtrappen steht in einer Luchlandschaft in Brandenburg
Großtrappenhähne im Vorfrühling im Trappenschutzgebiet Fiener Bruch. Hier lebt knapp ein Drittel aller deutschen Großtrappen.
„Die Trappe ist vom Eis, zumindest vorerst“: Torsten Langgemach, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg, im Trappenschutzgebiet Belziger Landschaftswiesen
Eine Gruppe Großtrappen fliegt vor dem Hintergrund mehrerer Windräder
Windräder wirken wie Barrieren auf Trappen und zerschneiden ihren Lebensraum. In Österreich und Spanien sind bereits mehrere Vögel durch Kollisionen mit den Rotoren getötet worden.

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Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker ist Journalist und Naturfotograf in Berlin. Neben den RiffReportern schreibt er für überregionale Zeitungen und Fachjournale über Wissenschaftsthemen.


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