Pilze: Die nächste Front der Biologie

Bisher führen Pilze in der Forschung ein Schattendasein. Doch das wird ihrer zentralen Rolle in den Ökosystemen und ihrer großen Bedeutung für die Menschheit nicht gerecht, kritisieren Wissenschaftler.

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Kleiner brauner Pilz wächst aus Ästchen, das ein Mensch in der Hand hält.

Ein Schattendasein zu führen, liegt bei Pilzen eigentlich in ihrer Natur. Das dritte große Reich des Lebens neben Tieren und Pflanzen zeichnet sich dadurch aus, dass die meisten seiner Vertreter im Boden leben oder an feuchten, dunklen Orten, etwa in Wäldern. Doch dass Pilze auch in der biologischen Forschung lange Zeit ein Schattendasein führten, ist gänzlich unverdient, wie nun der Report „State of the World’s Plants and Fungi“ der Royal Botanic Gardens Kew zeigt. Nur 155.000 Arten von Pilzen haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bisher genau beschrieben und benannt. Doch aktuelle Schätzungen eines Teams um die Mykologin Tuula Niskanen besagen, dass es weltweit rund 2,5 Millionen Pilz-Spezies geben sollte.

Ein Wissenschaftler hält Pilze und weist mit dem Messer darauf.
Feldarbeit von Pilzforschern in Brasilien.
Frau mit Pipette an einem Tisch untersucht Pilzproben.
Untersuchung von Pilzen im Jodrell-Labor von Kew Gardens.
Braune Waldpilze.
Diese Pilzart wurde in der Nähe des Flughafens Heathrow neu entdeckt.