Eine Blaumeise sitzt auf einem Ast und blickt in die Kamera.

Am 11. März bekommt Lars Lachmann, Vogelschutzexperte beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), zwei Anrufe mit fast identischem Inhalt. Naturschützer aus dem Landkreis Bingen wundern sich über tote Blaumeisen, die in Gärten und an Futterstellen gefunden wurden. „Nur 30 Minuten später melden Kollegen aus dem Westerwald dasselbe Problem“, erzählt Lachmann. Auch in den nächsten Tagen gehen ähnliche Meldungen ein – nicht nur aus Rheinland-Pfalz, sondern auch aus NRW, Hessen, dem Saarland und Niedersachsen. Einige Meisen sind tot, andere sitzen apathisch, oft mit aufgeplustertem Gefieder in der Nähe der Futterstellen. Anwohner und Naturschützer stehen vor einem Rätsel: Woran leiden die Tiere? Was kann man tun? Und warum sind fast nur Blaumeisen betroffen?

Eine Blaumeise, die krank aussieht. Am Kopf hat sie kahle Stellen, der Schnabel ist geöffnet.
Die erkrankten Blaumeisen wirken apathisch. Sie fressen nicht mehr, und bewegen sich kaum. Vor allem am Kopf fallen Federn aus.
Auf dem Waldboden liegt eine verstorbene Blaumeise.
Schwer betroffene Blaumeisen sterben nach kurzer Zeit an ihrer Krankheit. Wesentlich seltener erkranken andere Meisenarten, zum Beispiel Kohl- oder Sumpfmeisen.

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Eine Hand hält eine Petrischale, darauf erkennt man das braune Nährmedium und eine schwachen Bakterienschimmer.
Die Bakterien aus dem Lungengewebe der Blaumeisen wachsen auf speziellen Agarplatten zu Kolonien heran.
Gudrun Wibbelt schaut in ein Mikroskop.
Unter dem Mikroskop untersucht die Tierpathologin Gudrun Wibbelt Bakterien aus dem Lungengewebe der Blaumeisen.
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Claudia Ruby

Claudia Ruby

Die Radio- und Fernsehjournalistin Claudia Ruby, Mitglied im Vorstand von „WPK – Die Wissenschaftsjournalisten“, hat ihre Biologie-Diplomarbeit über die „Diversität der Avifauna verschiedener Waldhabitate in Kolumbien“ geschrieben. Seit ihrem Volontariat beim WDR in Köln arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin für öffentlich-rechtliche Sender.


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