Ostkongo: Nach neuen Kämpfen in der rohstoffreichen Region sind Zehntausende auf der Flucht

Rund 120 Milizen konkurrieren um Macht, Land und den Zugang zu Bodenschätzen.

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Zu sehen ist eine Asphaltstraße, darauf viele Menschen, die zu Fuß fliehen. Etliche haben ihre Rinder oder Schafe dabei, andere tragen Matratzen und andere Besitztümer.

Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union blicken in diesen Tagen mit größter Sorge auf die eskalierenden Spannungen in der Demokratischen Republik Kongo. Und auf das zunehmend gespannte Verhältnis zwischen der kongolesischen Regierung unter Präsident Félix Tshisekedi und der des östlichen Nachbarn Ruanda. „Ich appelliere an die beiden Länder, Ruhe zu bewahren und einen Dialog zu führen, um die Krise mit Unterstützung der regionalen Mechanismen und der Afrikanischen Union friedlich zu lösen“, twitterte Macky Sall, senegalesischer Präsident und derzeit Vorsitzender der Afrikanischen Union, am letzten Mai-Wochenende. Kongo und Ruanda beschuldigen sich gegenseitig, bewaffnete Milizen im unruhigen Osten des Kongo zu unterstützen. Die kongolesische Regierung bestellte den ruandischen Botschafter ein, eine Einigung gibt es vorerst nicht. Angola hat mittlerweile die Rolle des Vermittlers übernommen.

72.000 Menschen auf der Flucht

Durch blutige Konflikte im Osten des Kongo wurden Ende Mai binnen weniger Tage 72.000 weitere Menschen aus ihren Dörfern vertrieben – zusätzlich zu den rund 5.6 Millionen, die schon vorher innerhalb des riesigen Landes mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern auf der Flucht waren. Der Kongo ist 6,6 Mal so groß wie Deutschland, die meisten Landesteile sind relativ ruhig. Zentrum der bewaffneten Auseinandersetzungen – und damit der Fluchtbewegungen – sind die Provinzen im Osten des Landes, vor allem Ituri sowie Nord- und Süd-Kivu.

Ein Berg ohne Bewuchs, im Vordergrund sitzt ein Mann auf dem nackten Boden, ruht sich aus. Der Blick geht in die Weite, ins Tal. In der leicht hügeligen Landschaft sind Felder angelegt.
Berge wie dieser in der ostkongolesischen Provinz Süd-Kivu sind mit Stollen für den Goldabbau durchsetzt.
Ein Mann kommt auf den Betrachter zu, eine Taschenlampe am Kopf befestigt, einen Sack auf dem Rücken. Ohne Helm oder andere Sicherheitskleidung. Er ist auf dem Weg in den Stollen oder kommt zurück.
Die Bergarbeiter gehen ohne jede Sicherheitsausrüstung in die Stollen, die ihrerseits kaum gesichert sind.
Ein Junge, vielleicht zehn Jahre alt, guckt von unten nach oben in die Kamera. Er ist damit beschäftigt, auf einem Mahlstein Gestein zu zermahlen. Für diesen Schritt in der Goldgewinnung werden häufig Kinder beschäftigt. zess in der Goldge
In vielen Goldminen ist Kinderarbeit normal, wie hier in einer Mine in Süd-Kivu.
Zu sehen ist eine offene Hand mit Sand, mit dem Finger der anderen Hand zeigt jemand auf den Sand. Er will wohl zeigen, dass Goldkrümel darunter sind, sie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Ein kongolesischer Arbeiter in einer Goldmine zeigt auf ein paar Krümel des wertvollen Metalls.

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Bettina Rühl


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